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Reiseführer Chalkidiki

Tour 1: Von Kassandra in das nordwestliche Hinterland

Mosaik in Olynthos (Chalkidiki)

Mosaikfragment in Olynthos

Das nördlich der Chalkidiki gelegene Hinterland ist vom Tourismus noch wenig berührt. Der folgende Vorschlag für eine Tagestour von ca. 150 km Länge führt in eine abwechslungsreiche Bergwelt und zu noch immer bäuerlich geprägten Dörfern.

Über den Kanal bei Nea Potidea (1) verlässt man Kassandra und wendet sich bei Nea Moudania ostwärts Richtung Sithonia. Bald weist eine Abzweigung nach Olynthos (2), wo bis heute andauernde Ausgrabungen die ehemals führende Stadt der Chalkidiki freilegten. Von den Resten der Stadt sind vor allem die Mosaike einen Blick wert.

Olynthos, Chalkidiki

Ausgrabungsstätte Olynthos

Nach 7 km führt die Strasse in die Berge hoch nach Poligiros (3), der Verwaltungshauptstadt der Chalkidiki. Hier lohnt ein Besuch des täglich außer montags geöffneten kleinen Archäologischen Museums mit zahlreichen Funden aus der Region, darunter Goldschmuck und Tonfiguren.

Fundstücke im Archäologischen Museum von Poligiros (Chalkidiki)

Fundstücke im Archäologischen Museum von Poligiros

Auf einer modernen Schnellstrasse, der direkten Verbindung mit Thessaloniki, gelangt man nach etwa 17 km zur Abzweigung nach Vavdos (4), dem mit 938 m höchstgelegenen Dorf der Chalkidiki. Doch keine Angst, die Straße ins Dorf hinauf ist gut ausgebaut. Vavdos ist mit seinen Privatzimmern ein gutes Standquartier für Wanderungen im Cholomondas-Gebirge. Noch in den Zwanziger- und Dreißigerjahren war dieses heute ruhige Dörfchen beliebtes Ausflugsziel der Thessaloniker, die das gesunde Klima hier oben schätzten. Wanderfreunde können von einem kleinen Aussichtspunkt oberhalb des Dorfes aus eine einstündige Rundwanderung unternehmen, die einen sehr guten Ausblick bis zum Athos ermöglicht.

Zurück auf der Hauptstrasse folgt nach 6 km Galatista (5), dessen byzantinischer Turm im Zentrum seine historische Bedeutung unterstreicht. Einen Besuch wert sind auch die ganz in der Nähe gelegenen Wassermühlen. Im 19. Jh. war der Ort für seine Ikonenwerkstätten bekannt. Kein anderes Dorf der Chalkidiki hat so viele Kirchen und Kapellen aufzuweisen wie Galatista, kein Wunder also, dass der Ort in 18. und 19. Jh. ein Zentrum der Heiligenbildmalerei war.

Weiter in Richtung Vasilika zweigt nach 9 km ein Sträßchen zum großen Kloster Agios Anastasias (6) ab, das der Legende nach bereits im 9. Jh. gegründet wurde und noch heute eine beeindruckende Anlage darstellt. Von hier oben läßt sich ein weiter Blick über das sanft gewellte Hügelland genießen. Die Reliquien der hl. Anastasia, die sich im 3. Jh. in Rom vor allem um verfolgte Christen gekümmert hatte, werden in der Klosterkirche aufbewahrt.

Freunde byzantinischer Kirchenarchitektur sollten anschließend einen Abstecher ins 13 km nördlich von Vasilika gelegene Peristera (7) machen (Bezirk Thessaloniki), dessen Kirche Agios Andreas auf das 9. Jh. zurückgeht. Eine Quelle am Dorfplatz versorgt den Ort seit vielen Jahrhunderten mit erfrischendem Nass.

Über Vasilika und Souroti führt eine kurvenreiche Strecke zur Höhle von Petralona (8), die vor mehreren hunderttausend Jahren bewohnt war. Sie kann auf einer geführten halbstündigen Tour besichtigt werden. Etwas wärmere Kleidung sollte man auf dieser Tour durch die Unterwelt nicht vergessen (Fotografieren ist dabei übrigens verboten !).

Über Nea Triglia, vorbei an den ursprünglichen Dörfern Zografou und Dionissiou, erreicht man wieder die Halbinsel Kassandra.

(Tour als pdf-Datei)


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