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Reiseführer Celle

Museen in Celle

 

Die gute Stube einer Arbeiterkleinstwohnung im Otto Haesler Museum in Celle

Die gute Stube einer Arbeiterkleinstwohnung

 

Nein, ein Fachwerkmuseum gibt es in der Stadt nicht, auch wenn dies sich angesichts der Dichte von Fachwerkbauten anbieten würde. Doch an Museen ist die einstige Herzogsresidenz nicht arm.

Der Besuch des Celler Schlosses ermöglicht nicht nur den Einblick in das Luxusleben der ortsansässigen Herzöge, sondern auch den Besuch des im 17. Jahrhundert errichteten Schlosstheaters. Während insbesondere die Staatsgemächer ganz im üppigen Barockstil ausgestaltet wurden, zeigt sich die Schlosskapelle in einem Renaissancegewand. Die Kapelle mit Ausmalungen des flämischen Künstlers Marten de Vos ist das einzige in Deutschland erhalten frühprotestantische Beispiel eines Schlosssakralbaus. Im Schloss befindet sich überdies die landesgeschichtliche Sammlung des benachbarten Bomann-Museums. Zudem widmet sich ein Ausstellungssegment dem Leben der im Celler Exil verstorbenen Dänenkönigin Caroline Mathilde.

Das Bomann-Museum, dessen Ausstellungsräume in den nächsten Jahren nach und nach umgestaltet werden, zeichnet sich durch teilweise sehr ansprechende Inszenierungen wie die zur Industriegeschichte der Stadt aus. Ein niedersächsisches Bauernhaus kann man ebenso wie ein Biedermeierhaus besuchen. Die museal präsentierte Industriegeschichte der Stadt konzentriert sich auf die nicht mehr existierende Keks-, Zwieback-und Schokoladenfabrik Trüller. Der Blick in die Drechslerei Isensee erlaubt eine Zeitreise in die Geschichte des ortsansässigen Handwerks.

Das 1892 gegründete Bomann-Museum geht nahtlos in den modernen Kubus des Kunstmuseums Celle über. Es handelt sich dabei um ein 24-Stunden-Kunstmuseum, dessen Konzept sogar patentiert ist. Malerei, Plastik und vor allem Lichtkunst zeichnen die Sammlung des Hauses aus, das ohne das Engagement des Kunstsammlers und Mäzens Robert Simon wohl nicht zustande gekommen wäre. Vertreter der Neuen Sachlichkeit sind im Bestand des Hauses ebenso zu finden wie die Lichtkunst von Otto Piene sowie die großformatigen Gemälde von Dieter Krieg und Ben Willikens. Neben dem Lichtraum von Piene, sind es vor allem die hintersinnigen „szenischen Guckkästen“ von Peter Basseler die zum Hingucken und Verweilen animieren. Auch bei Dunkelheit kann man das Museum, wenn auch nur von außen, besuchen. Dann fasziniert nicht nur die in wechselnde Farben getauchte Fassade des Museumskubus, sondern auch die übrige Lichtkunst im Inneren und an der Außenhaut des Gebäudes. „Zone Zero“ ist ein Werk von Piene, das erst im Dunklen zur Geltung kommt, das andere heißt „Feuerwerk für Celle“ und besteht aus zwei angestrahlten, überdimensionierten, roten „Morgensternen“, die vor dem Museum ihren Platz haben.

Zu den bedeutenden historischen Baudenkmälern der Stadt gehört die Synagoge, die sich überhaupt nicht von den Fachwerkbauten in der Umgebung abhebt und sich in der Altenceller Vorstadt befindet. Die Synagoge ist heute nicht nur Gotteshaus, sondern auch Museum und erinnert an die leidvolle Geschichte der Celler Juden, nicht nur während der Zeit 1933 bis 1945. Zur Geschichte der Synagoge gehört auch, dass sie 1942 als sogenanntes Judenhaus diente. Dies war die erste Station für Celler Bürger mosaischen Glaubens auf dem Weg in die Vernichtungslager.

Wer in Celle unterwegs ist, der wird sehenswerte Architektur jenseits von Fachwerkbauten entdecken. Neues Bauen der 1920er Jahre ist in Celle mit dem Namen Otto Haesler verbunden. Wenn Haesler auch kein Bauhausmeister oder -schüler war, so hat er doch ganz im Geist des Bauhauses bemerkenswerte Architektur geschaffen, ob nun das Gebäude der Altstädter Schule, die Wohnanlage Italienischer Garten oder die Kleinwohnungssiedlung Blumläger Feld. Genau in diesem Quartier befindet sich das Otto-Haesler-Museum. Zu diesem Museum gehören eine Arbeiterwohnung aus den 1920er Jahren, eine Arbeiterwohnung aus den 1950er Jahren und eine Flüchtlingsunterkunft aus dem Jahr 1945. Zudem kann man beim Rundgang auch einen Blick in das im Original erhalte Wasch- und Badehaus von 1931 werfen. Hier wurde nach der Stechuhr gebadet und geduscht, denn derartige sanitäre Einrichtungen fehlten in den Kleinstwohnungen.

Mit der Militärgeschichte der Stadt befasst sich das Celler Garnison-Museum. Zunächst waren es die Bürger der Stadt, die diese bewachten und an den Toren Dienst taten. 1626 jedoch wurde diese “Bürgerwehr“ durch Soldaten des Herzogs abgelöst. Nachdem jedoch die Celler Linie des Welfenhauses erloschen war, fiel Celle an das Königreich Hannover. Nun gehörten Regimenter aus Hannover zum Bild der Stadt. Zeugnis der Militärgeschichte der Stadt ist die sogenannte Heide-Kaserne, das heutige Neue Rathaus, dessen Baugeschichte auf das Jahr 1869 zurückgeht. Besondere Bedeutung erlangte Celle als Garnisonsstadt während des III. Reiches, als mehr als 3000 Soldaten in der Stadt lagen. Auch nach dem II.Weltkrieg änderte sich an dem Charakter Celles als Truppenstandort wenig. Erst waren britische Einheiten, dann nach 1956 Bundeswehreinheiten hier stationiert. Diesen mehr als 370 Jahre andauernden Teil der Stadtgeschichte zeichnet man im Museum nicht nur mit Uniformen und Regimentsfahnen oder Orden und Ehrenzeichen nach, sondern auch mit Waffen.

In zwei alten Bürgerhäusern ist das Celler Schützenmuseum untergebracht, das nicht nur eine Gemäldegalerie der Celler Schützenkönige umfasst, sondern auch in zahlreichen Dokumenten die Geschichte der Celler Schützenvereine aufblättert. Zu diesen gehören die Schützengesellschaft Altenceller Vorstadt von 1428 ebenso wie die Hehlentor-Schützengesellschaft von 1880. Zu sehen sind im Museum neben den Porträts der Schützenkönige auch Pokale, Königsordnen und andere Auszeichnungen der Schützengilden.

Celle ist auch die Heimat des Deutschen Stickmustermuseums. In einem klassizistischen Palais aus dem späten 18. Jahrhundert wird die vierhundertjährige Geschichte eines besonderen Aspekts der Textilkunst präsentiert. Stickmustertücher, so das von Keneke Bobers 1620 gestickte Tuch, aber auch Aussteuerteile, Brautkissen, Prunkhandtücher und Totenlaken – selbstverständlich alle bestickt – veranschaulichen einen heute fast vergessenen Teil des bürgerlichen Alltags.

Weitere Informationen

Residenzschloss Celle
Schlossplatz 1
29221 Celle
http://www.celle.de/

Bomann-Museum
Schlossplatz 7
29221 Celle
http://www.celle.de

Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon
Schlossplatz 7
29221 Celle
http://www.kunst.celle.de/

Synagoge
Im Kreise 24
29221 Celle
http://www.celle.de/index.phtml?such=synagoge

Otto-Haesler-Museum
Rauterbergweg 1
29221 Celle
http://www.haeslerstiftung.de

Celler Garnison-Museum
Hafenstr. 4
29221 Celle
http://www.celle.de/

Celler Schützenmuseum
Altenceller Torstr. 1 /Am Kleinen Plan
29221 Celle
http://www.celle-tourismus.de/home/kultur/museen-in-celle/schuetzenmuseum.html

Deutschen Stickmustermuseum
Palais im Prinzengarten
29223 Celle
http://www.celle-tourismus.de/home/kultur/museen-in-celle/stickmuster-museum.html



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