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Reiseführer Celle

Mühlen im Wind

Ein Besuch in Gifhorn

 

Welfenschloss in Gifhorn

In Renaissancepracht erstrahlt das Welfenschloss


Gifhorn in der Südheide liegt am Mündungswinkel von Ise und Aller. Wie Celle besitzt auch Gifhorn ein Schloss, das im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Hier residierte zwischen 1539 und 1549 der Welfenherzog Franz. Wichtigste Sehenswürdigkeit ist wohl das Internationale Wind- und Wassermühlenmuseum.


Im Mittelalter kreuzten sich in Gifhorn die Salzstraße von Braunschweig nach Lübeck und die Kornstraße von Magdeburg nach Celle, aber dies ist heute nur noch eine historische Fußnote. Wer in der sogenannten Südheide, in der Gifhorn liegt, typische Heidelandschaft sucht, der begibt sich in die Gifhorner Heide südwestlich der Stadt. Im Anschluss an die Wanderung durch dieses Naturschutzgebiet kann man den Naturlehrpfad in Gifhorn-Winkel erkunden. Dabei erfährt man nicht nur Wissenswertes über die Heidewirschaft, sondern auch über Adlerfarn, Robinie, Waldgeißblatt und Grauerle.

Fachwerk muss es sein

Bekannt ist das Städtchen vor allem wegen des Internationalen Mühlenmuseums. Dabei darf nicht übersehen werde, dass Gifhorn mit dem Alten Rathaus und dem Höferschen Haus auch beachtenswerte Fachwerkarchitektur vorzuweisen hat. Das Rathaus ist ein mehrgeschossiger Bau mit rostrotem Fachwerk und vorspringendem Giebel und steilem Ziegeldach. Wer den Giebel genau anschaut, wird Holzschnitzereien mit der Darstellung traditioneller Zünfte entdecken. Nebenan befindet sich als ein weiterer beachtenswerter Fachwerkbau das Alte Bürgerhaus, das nach einem Brand im 18. Jahrhundert wiederaufgebaut werden musste. Im Steinweg ist das Höfersche Haus nicht zu übersehen. Es entstand als Handelshaus und weist nicht die weiß getünchte Ausfachung, sondern eine lehmfarbene Ausfachung auf. Hinzuweisen ist auf die St. Nicolai-Kirche im Zentrum des Städtchens. Es handelt sich bei dieser Kirche um einen Barockbau. Besonders sehenswert ist die Christian-Vater-Orgel von 1748. Hinter der Kirche steht der sogenannte Lange Jammer. Einst wohnten und arbeiteten hier die Amtsrichter und Amtsschreiber. Zudem wurden hier Delinquenten in Arrestzellen verwahrt. Im Kavalierhaus einst für den Schlosshauptmann Caspar von Leipzig im Steinweg erbaut, ist das Museum für bürgerliche Wohnkultur untergebracht. Die Ausstattung der Räume entspricht dabei dem bürgerlichen Wohnen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dieses Museum ist allerdings nur im Rahmen von Führungen zu besichtigen.

Celle: Das Alte Rathaus von 1562

Das Alte Rathaus von 1562

Ein Welfenschloss

Wie Celle besitzt auch Gifhorn ein Schloss, in dem die Welfen einst residierten. 1525 wurde unter Herzog Ernst dem Bekenner der Renaissancebau errichtet, in dem zeitweilig Herzog Franz von Braunschweig und Lüneburg lebte und seinen Amtsgeschäften nachging. In der Schlosskapelle fand dieser Herzog seine letzte Ruhe.Im Schloss ist das Historische Museum untergebracht, das sich mit der Geschichte des Landkreises Gifhorn von der Urzeit bis zur Gegenwart beschäftigt.

"Wasserspiele II" von Petra Förster im Schlossgraben (Celle)

"Wasserspiele II" von Petra Förster im Schlossgraben

Blickt man auf den Schlossgraben, so sieht man Petra Försters „Wasserspiele II“. Es handelt sich um zwei Wasser speiende Figuren von Kindern. Entstanden ist dieses Kunstwerk im öffentlichen Raum im Rahmen des Projektes „kunst am wasser 2000“.

Wo klappern die Mühlen?

Ohne Menschen wie Horst Wrobel wären Museen wie das in einer Schleife des Flüsschens Ise gelegene Internationale Mühlenmuseum nicht möglich. Mit dem Bau von Mühlenmodellen begann es. Doch bei Modellen blieb es nicht und auch nicht dabei, dass im Wohnzimmer die Mühle vom Alten Fritz klapperte. Nein, Mühlen in Originalgroße und im Original mussten es schon sein: Windmühlen, die eigentlich auf Mykonos im Wind stehen, drehen ihre Räder mit weißen Dreieckssegeln. Getreideschrot und Grütz zu gewinnen, ermöglicht die Tiroler Wassermühle, die zwei oberschlächtige Räder besitzt.

Wind- und Wassermühlenmuseum in Gifhorn

Blick auf das Internationale Wind- und Wassermühlenmuseum

Keine Fata Morgana ist die Mühle von Sanssouci, deren Nachbau in Gifhorn steht. Zu den imposanten Mühlen zählt auch die Bergholländer-Mühle Immanuel aus Dithmarschen. An ihr kann man auch die technischen Details einer Mühle wie Windrose, Kammrad, Spindelrad, Flügelbaum und Klauspindel studieren. Einen anderen Mühlentyp repräsentiert die Bockwindmühle Viktoria, die 1882 erbaut wurde. Sie ist auf einem festen Pfahlgrund aufgebockt und verfügt über ein drehbares Mühlenhaus. Eine Besonderheit ist sicherlich die Donau-Schiffmühle, da derartige Mühlen heute völlig aus den Flusslandschaften verschwunden sind. Angetrieben wurden die Mühlräder durch die Strömung, schwamm doch die Mühle auf dem Wasser. Sie bestand aus einem Hausschiff, wo das Mahlwerk und die Müllerstube untergebracht waren und ein kleines Wellenschiff. Zwischen beiden drehte sich das mächtige Schaufelrad im Strom. Auf Pferdestärken war die Deutsche Rossmühle angewiesen, ein Nachbau der Rossmühle vom Hof Meyer zu Kniendorf im Mühlenkreis Minden-Lübbecke. Darüber hinaus findet man im Museum Mühlen aus Mallorca, der Provence, der Ukraine und aus Pyongchong (Korea). Auch eine russische Stabkirche gehört zum Museumsensemble.

Russische Stabkirche in Gifhorn

Keine Mühle, sondern eine russische Stabkirche

Im Ausstellungsgebäude des Museums sind 40 Wind- und Wassermühlenmodelle aus aller Herren Länder zu bestaunen. Sie wurde naturgetreu und maßstabsgerecht nachgebaut. Was es mit der „Flügelsprache“ aus sich hat, ob eine kurze Arbeitspause eingelegt wurde oder jemand zu Grabe getragen wurde, kann man beim Rundgang auch erfahren.

Weitere Informationen

Touristinformation
www.suedheide-gifhorn.de

Themenwege zu Rad und zu Fuß
In der Südheide gibt es zahlreiche Themenwege, die man mit dem Rad erkunden kann, ob den Sagen- und Geschichtslehrpfad über 22 Kilometer von Ehra-Lessien aus oder der 3,5 km lange Otterpfad von Hankensbüttel aus. Beim Otterpfad durchstreifen wir das Waldgebiet Hagen, kommen an der Ise längs und sind stets auf der Fährte des Fischotters unterwegs. Gifhorn ist zudem ein „Etappenort“ auf dem Aller-Radweg.

Radverleih Gifhorn
Brandes GmbH
www.brandes-gmbh.de

Fleischers Fahrrad Oase
www.fleischersfahrradoase.de

Kanutour ...
... auf der Ise
www.ise-tour.de

Schwimmbad
Hallen- und Freibad
Konrad-Adenauer Str.
Tel. 05371-802148

Übernachtungen

Hotel Deutsches Haus ***
http://www.deutsches-haus-gifhorn.de/Start.html

Hotel Rats-Schänke
www.ratsschaenke.de

Heuhotel Schäferei „Am Allertal“ Buchung über Südheide Gifhorn GmbH

Museen
Internationales Wind- und Wassermühlen-Museum
www.muehlenmuseum.de

Anreise
DB Bf. Gifhorn Stadt auf der RE-Strecke Braunschweig-Uelzen und BF Gifhorn auf der RE-Strecke Hannover-Wolfsburg, www.bahn.de

Busverbindungen in der Südheide
www.vlg-gifhorn.de



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