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Guillaume Vogels (1836-1896)

Das Leben eines Künstlers aus Brüssel

In recht bescheidenen Verhältnissen erblickte Guillaume Vogels am 9. Juni 1836 in der St.-Pietersstraat nahe des Martelarenplein das Licht der Welt. Er war der einzige Sohn eines Hufschmiedes und einer Waschfrau, die mit dem dreijährigen Guillaume in das Marollenviertel zogen. In diesem Viertel der armen Leute und Arbeiter verbrachte Vogels den größten Teil seiner Kindheit und Jugend. Bereits mit 14 Jahren schrieb er sich an der Brüsseler Akademie der Schönen Künste ein. Dort nahm er drei Jahre lang, zwischen 1850 und 1853, Unterricht. Dank dieses Unterrichts glaubte Vogels nicht etwa an eine Laufbahn als bildender Künstler, sondern daran eine Anstellung als Dekorationsmaler finden zu können. Eine solche Anstellung fand er 1857 bei den Gebrüdern Bellis. Zu diesem Zeitpunkt nahm es sich mit seiner Mutter - der Vater war unterdessen verstorben - eine Wohnung in der Nähe seines Geburtsortes am Martelarenplein. Nach wenigen Jahren bei den Gebrüdern Bellis machte sich Vogels selbständig, nachdem er bereits zuvor begonnen hatte, im Geiste seiner akademischen Ausbildung Landschaften und Blumenstilleben zu malen.

Während seine ersten Werke noch den Geist der Romantik verbreiten, entwickelte er unter dem Einfluss der belgischen Realisten wie Dubois und Coosemans mehr und mehr einen naturalistischen Stil. Auch Boulenger und Pantazis, den er in einem seiner Schneelandschaften verewigte, waren für Vogels Malerei von Bedeutung. Périclès Pantazis wurde einer seiner Förderer und half Vogels dabei, auf der Triennales von Gent und Namur erstmals einem breiteren Publikum seine Arbeiten zeigen zu können. 1876 nahm er am Salon von Antwerpen und auch an dem des Cercle Artistique et Littéraire in Brüssel teil und überzeugte die Kunstwelt durch seinen Stil und die Stimmungen seiner Sujets. 1883 war Vogels einer der Mitausrichter des Cercle des Aquarellistes der Gruppe »Le XX«, in der sich die damalige Künstleravantgarde zusammengefunden hatte, darunter Impressionisten, Symbolisten und Neo-Impressionisten. Ein Jahr später stellte Vogels die besten seiner Aquarelle wie »Fluss im Winter« und »Meer bei Mondlicht« aus.

Nachdem Vogels zu öffentlichem Ansehen gelangt war, traf er den Fabrikanten Prosper Renard, dem er nicht nur einige Werke verkauft, sondern mit dem er sich auch anfreundet. Es folgten zwischen 1887 und 1889 die glücklichsten und zugleich produktivsten Jahre des Künstlers, der abwechselnd an der belgischen Küste und im Zonienwoud bei Brüssel malte. »Unwetterwolke« und »Vor dem Regen« sind Arbeiten, die aus dieser Zeit stammen. Der Kreis der Käufer seiner Arbeiten wuchs von Jahr zu Jahr, doch gleichzeitig wurde die Kritik aus berufenem Munde unüberhörbar, zumal die Kunstwelt dem Neo-Impressionismus erlag. Dennoch plante Vogels mit zehn seiner Werke am Salon von Libre Estétique teilzunehmen. Sein plötzlicher Tod im Januar 1896 vereitelte dieses Vorhaben. Bereits drei Monate nach dem Tod des Künstlers wurde dessen Atelier und 27 seiner Arbeiten veräußert. Posthum veranstaltet danach der Salon von Libre Estétique eine umfassende Retrospektive. (fdp)



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