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Retrostil und Jazz in der Brüsseler Modemeile

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Jazz afer shopping und Yves Peeters spielt mit seiner Band

1937 wurde das „Archiduc“ gegründet. Das flache Gewölbe der Kneipe, in die eine umlaufende Galerie eingezogen ist, wird von zwei mit Messing verkleideten Säulen gehalten. Zwischen diesen steht der schwarze Flügel. Es ist der Flügel von Stan Brenders, der 1953 die Kneipe übernommen hatte. Doch längst gibt es einen neuen Betreiber, der nun an Wochenenden für Jazz am Nachmittag sorgt.

Sessel und Polster der Sitzbänke mit Art-deco-Mustern sind durchgesessen und teilweise verschlissen. Doch an das tiefe Versinken im Sessel gewöhnt man sich schnell. Wer eintreten will, muss schellen, da die schwere Eisentür, die sich in einen Windfang hinein öffnet, meist geschlossen ist. Nur bei frühlingshaften und sommerlichen Temperaturen ist sie vor dem samstäglichen „Dämmerschoppen“ geöffnet. Der Lärm des Feierabendverkehrs, das Gefluche und Gehupe, dringt dann ins Innere.

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Yves Peeters lauscht seinen Bandkollegen

Der Kaufrausch in den trendigen Boutiquen der Dansaertstraat ist nicht zu übersehen. Das, was gerade erworben wurde, wird in schicken Taschen herumgetragen. Nach und nach füllt sich die Kneipe, Wortfetzen fliegen hin und her. Spanisch vermischt sich mit Flämisch. Musiker unterhalten sich mal in Flämisch, mal in Französisch - im fliegenden Wechsel zeigen sich die Hauptstädter polyglott. Einige Stühle und Tische sind beiseite geräumt worden. Dann kann es losgehen. Der Bassist hat seinen Platz an der Seite des Pianisten gefunden. Das Schlagzeug ist zurechtgerückt, und dann kann es mit Klängen à la Charlie Parker und Miles Davis in den frühen Abend gehen. Dabei gibt Yves Peeters den Takt vor und Pascal Mohy (Piano), Erik Bogaerts (Altsaxofon) und Axel Gilain (Bass) stoßen dazu.

Ein Musikdorf mit Mitgliedern und Gästen

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Toine Thys - ganz dem Spiel hingegeben

Ein Club mit Klubmitgliedschaft ist die Philosophie des im September 2000 eröffneten Music Village Clubs. Untergebracht ist der Jazz Club in zwei Häusern aus dem 17. Jahrhundert, in denen ein Eisenwarenhändler einst sein Domizil hatte. Davon zeugen noch die verbliebenen Regale und Vitrinen sowie der Tresen. Die Bühne ist sehr klein. Für ein Quartett wie Toine Thys „Take the Duck“ reicht es. Owen Hart streicht sanft über das Fell seiner Trommeln, derweil der Bruder von Toine seine Hände über die Saiten des Kontrabasses schweben lässt. Saxofon und Trompete haben sich auf einen Dialog eingelassen. Verzögerte Läufe erklingen, schrill bisweilen atonal, abgebrochen und wieder aufgenommen.

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Owen Hart streicht über die Becken
seines Schlagzeugs

Die Gäste haben rund um die Bühne ihren Platz gefunden. Einige haben aus der kleinen Karte Salat Toskana, Rice Taj Mahal  oder Pasta Gorgonzola bestellt. Gehobene Küche ist dies allerdings nicht. Man ist versucht von Mensakost zu reden, wenn auch die Preise dem nicht entsprechen. Das Klappern des Bestecks und das Herumlaufen der Bedienung wirkt gerade in diesem intimen Club recht störend, lenkt von der Kontemplation ab. So reihen sich Titel an Titel, teilweise Jazz-Standards mit hohem Wiedererkennungswert für den Massengeschmack. Doch das Music Village ist auch ein Treff für Blues. Gypsy Jazz gehört neben Latin Jazz und Chansons außerdem zum Programm des Hauses.

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