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Galeries St-Hubert

Seit mehr als 150 Jahren existieren die historischen Passagen der Galeries St-Hubert, für die der erste belgische König Léopold I: den Grundstein gelegt hatte. Der junge unabhängige Staat Belgien konnte auf de ersten europäischen Einkaufspassage unter einem tonnigen Glasdach sehr stolz sein, verriet es doch, daß sich das biedermeierlich-verträumte Land der Moderne gegenüber durchaus offen zeigte.

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Galeries St. Hubert - Einkaufspassagen
aus dem 19. Jahrhundert

Eine Richtigstellung ist an dieser Stelle allerdings angebracht. die Galeries St-Hubert waren nicht die ersten Passagen in Europa, denn die hatte man 1786 in Paris erbaut, nachdem der Neffe von Louis XIV. Teile des Schloßgartens veräußerte, um seinen extravaganten Lebensstil zu finanzieren. Diese erste Passage wurde dann nach einem neoklassizistischen Entwurf 1830 durch die Galerie d'Orléans ersetzt und diente mit dem gläsedrnen Tonnengewölbe und den Säulendurchbruchen sicherlich als Vorbild für die Galeries St-Hubert. Mit einer eigenen, europäischen Intepretation des orientalischen Basars entstand ein Ort, an dem sich, so ein Zeitzeuge, Taschendiebe, dreiste Händler, Müßiggänger und versnobte Theaterfreunde ein Stelldichein gaben. Pläne zur Errichtung einer überdachten Einkaufsmeile im Herzen von Brüssel wurde erstmals 1838 durch den Architekten Jean Pierre Cluysenaar der staunenden Öffentlichkeit unterbreitet. Dank der Fürsprache des gewählten belgischen Monarchen Léopold I. konnten die 213 m langen und 18m hohen Galeries St.Hubert zwischen 1845 und 1847 erbaut werden. Diese Passage zum Bummeln, Stöbern, Verweilen, Schwatzen besteht bis heute aus den drei Passagen Galerie de la Reine, Galerie du Roi und Galerie du Prince. Vergessen ist längst, daß mit diesem städtebaulichen Konzept ähnlich wie beim Bau des Palais de Justice Menschen aus engen Wohnqartieren nahe der Grand Place verdrängt wurden. 

Brüssel 22.jpg (23054 Byte)Als Cluysenaar an die Öffentlichkeit und den Rat der Stadt Brüssel trat, um den Bau seiner überdachten Flaniermeile zu realisieren, war man in Liège bereits dabei, die 160 m lange und 4 m breite Galerie Lemmonier mit 48 Geschäften   zu erbauen. Brüssel, die stolze Hauptstadt fühlte sich herausgefordert. Doch es dauerte noch Jahre, ehe überhaupt an den Baubeginn gedacht werden konnte, obgleich der König am 6. Februar 1839 bereits seine Zustimmung erteilt hatte. Erst 1846 begann man mit dem eigentlich Bau, der eine überdachte Verbindung zwischen Marché aux Herbes und Rue Montagne de la Cour schuf. Statt wie bei der Galerie Colbert in Paris (1827) auf das Konzept von Rotunden als Bindeglied zwischen den einzelnen Passagen zurückzugreifen, entschied sich Cluysenaar am Schnittpunkt der drei Passage (Rue des Bourchers) für eine kleine, offene Säulenhalle. Sie ähnelt den Säuleneingängen an der Rue d'Arenberg und der Rue de la Montagne/Marché aux Herbes. Zudem wurden die Galeries St-Hubert nicht in durchgehend gerader Linie angelegt, sondern erhielten am Schnittpunkt eine geringe Brechung.

Noch bevor der Nord- und der Südbahnhof, Gare du Nord und Gare du Midi, in den Jahren 1862 und 1869 als Monumentalbautein in Glas und Stahl entstanden, bedeutete der Bau der Galeries St-Hubert aufgrund des geplanten und zu realisierenden gewaltigen Baukörpers eine echte architektonische Herausforderung, die meisterlich bewältigt wurde.Neben Elementen der Moderne, dem aus Glas und Eisenträgern gestalteten Tonnengewölbe als lichte Überdachung der Passage, findet man klassische Formen des Eklektizismus und eine Vorliebe für italienischen Neo-Klassizismus: hier ionische und korinthische Flachpfeiler, dort toskanische Säulen, anderenorts Nischen mit dekorativen, teilweise symbolischen Skulpturen wie die Gottheiten Flora oder »Industrie« und »Handel«. (fdp)

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Leckereien in den Galerien des hl. Hubertus



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