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Jules Anspach (1829-1879)

Dieser liberale Bürgermeister beeinflußte von 1863 bis zu seinem Tod maßgeblich die städtebauliche Umgestaltung der belgischen Hauptstadt. Ihm ist es zu verdanken, daß die durch Brüssel fließende Senne (Zenne) in ein Betonkorsett unter die Erde verbannt wurde und lediglich unweit der Kirche Notre Dame aux Riches Claires oberirdisch dahinplätschert. Ohne Anspach gäbe es auch den Boulevard Anspach und die Avenue Louise nicht, in der neben modernen Appartementhäusern und einigen Bauten der Belle Epoque auch zwei elegante Herrenhäuser, Hôtel Solvay und Maison Max Hallet, nach Entwürfen von Baron Victor Horta, dem wohl weltweit bekanntesten Architekten der Art nouveau, erbaut wurden. Die Avenue Louise entstand 1863 gleichzeitig mit der ersten nicht-kirchlichen Mittelschule für Mädchen, für deren Einrichtung sich die »Ligue de l'Enseignement« und die Pädagogin Isabelle Gatti de Gamond (1839-1905) eingesetzt hatte. Anspach lenkte die Geschicke Brüssels, als der erste belgische König, der aus dem Hause Sachsen-Coburg stammende Léopold I., 1865 verstarb und dessen Sohn Léopold II. den Thron bestieg. Dem neuen, ein wenig prunksüchtigen König, der seine Residenzstadt zu einem zweiten Paris machen wollte, der Stanleys Expeditionen nach Zentralafrika förderte und den Kongo als belgische Kolonie schuf, und der damaligen Stadtregierung gelang die Modernisierung der Stadt auf mittelalterlichem Grundriß. Die Stadtverwaltung ließ nach der letzten Cholera-Epidemie (1866) die Boulevards im Zentrum gestalten und 1871 die Senne unterirdisch verlegen. Auf die Initiative des Königs gehen die Avenue de Tervuren, das Musée du Cinquantenaire und das Museum van Midden-Afrika in Tervuren zurück, die anläßlich der Internationalen Ausstellung 1897 eröffnet wurden. Während der Amtszeit von Anspach gab es weitere bedeutsame Ereignisse, so den Bau des kolossalen Palais de Justice, der nach einem Entwurf von Josef Poelaert, im Volksmund »der schiefe Architekt« genannt, in siebzehnjähriger Bauzeit errichtet wurde. Anspach erlebte sowohl die Restaurierung eines der mittelalterlichen Stadttore, des  Porte de Hal, als auch die Eröffnung der Börse im Jahr 1873. Wenige Jahre vor seinem Tod wurde das Musée d'Art Ancien erbaut, das bis heute ein Anziehungspunkt für Liebhaber von Brueghel und Rubens ist.



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