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Zergliederte Küste im Südwesten

Nach der kurzen Runde durch das Hinterland reizt uns die wilde Westküste mit ihren vielen Caps um so mehr. Auf dem Weg zur Crozon-Halbinsel veranlaßt uns das hübsche Dorf Le Faou, den Wagen zu parken und die alten Häuser in der Hauptstraße bei einem Bummel etwas genauer zu betrachten. Die Schieferverkleidungen ziehen sich bis zum ersten Stock hinunter. Sie stammen noch aus der Zeit, als die Waren im Hafen umgeschlagen wurden und der Handel florierte. Bis ins 15. Jahrhundert reichen auch die 12 Apostel in der Eingangshalle der Kirche Saint Sauveur zurück, die uns durch ihre gut erhaltene Bemalung überraschen.

Im Norden schiebt sich die Landzunge so weit in die »Rade de Brest« vor, daß sie einen natürlichen Hafen bildet. Von der Pointe des Espagnoles wirkt die gegenüberliegende Großstadt mit ihrem regen Schiffsverkehr geradezu sympathisch. König Ludwig XIV. ließ in der ideal geschützten Bucht seinen Flottenstützpunkt von Strafgefangenen errichten. Seitdem hat sich Brest zur wichtigsten Industrie- und Hafenstadt der Bretagne gemausert. Militärische Sperrgebiete erinnern immer wieder mal daran, daß hier Frankreichs atomgetriebene U-Boote stationiert sind. Am zerklüfteten Westzipfel, dem »steinernen Ende«, wie sich die bretonische Bezeichnung Pointe de Penhir übersetzen läßt, hängen Freikletterer zur Freude der Hobbyfilmer an senkrechten Felsnadeln, 70 m über dem gurgelnden Abgrund.

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Oldtimer in Locronan

Die dritte große Landnase kann man im Süden schon gut erkennen. Der Weg dorthin führt uns über das historische Dorf Locronan, das noch aussieht wie im Mittelalter, und weiter nach Douarnenez am Ende der geschützten Bucht. Hier bereuen wir es doch, nicht im Sommer unterwegs zu sein, denn dann fände das große Treffen alter Segelboote im Hafen statt. So bleiben uns nur die verlockenden Fotos auf den Werbepostern und in der Broschüre des Touristenbüros. "Alle vier Jahre findet das Bootstreffen der Oldtimer statt" erklärt uns die Dame im Büro, "dann kommen hunderte nach Douarnenez aus ganz Europa und die Bucht liegt voller Schiffe". Ihre schwärmenden Ausführungen machen es uns nicht gerade leichter.

An der Pointe du Raz sind wir mit unserem Freizeitmobil nicht alleine. Die Klippe ganz im Westen zieht selbst im Frühjahr viele andere Wohnmobilfahrer an. Quimper.jpg (20606 Byte)Mit unserem Nachbarn kommen wir schnell ins Gespräch. Neben dem üblichen woher und wohin rät er uns, unbedingt weiter nach Süden zur Pointe de Penmarch zu fahren. "Dort haben Sie selbst im Sommer den langen Strand für sich ganz alleine", erzählt uns der erfahrene Bretagnefan. "In Le Guilvinec dürfen Sie dann nicht die Criée versäumen. Die Fischversteigerung findet zweimal am Tag statt und schon lange vorher kann man von der Aussichtsplattform sehen, wie die Fischkutter einlaufen. In der Poissonnerie können Sie die Krebse, Langusten und alle möglichen Fische ganz frisch kaufen. Wenn Sie Glück haben, gibt es die Seespinnen schon fix und fertig zubereitet". Doch nun genießen wir erst einmal den kurzen Spaziergang zur Felsenspitze, den weiten Blick übers Meer, die vielen Riffs und die Silhouette der kargen Ile de Sein.

Auf dem Weg nach Süden wollen wir einen Besuch in Quimper nicht versäumen. Die Hauptstadt des Departements Finistère liegt sehr schön am Zusammenfluß von Odet und Steir. Den Stadtgründer König Gradlon sehen wir oben auf der prächtigen Kathedrale hoch zu Roß. Nebenan verkauft eine ältere Dame ihre selbst gearbeiteten Spitzendeckchen. Sie trägt die traditionelle Kopfbedeckung, eine Couffe, die im Bigoudin mit 30 cm besonders hoch ausgefallen ist. Überall in der Stadt werden Keramikwaren angeboten. Den speziellen Souvenirs aus Quimper sind auch wir erlegen.

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