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Steinerne Bilderbibeln – die Kalvarienberge der  Bretagne

Einzigartig sind in der Bretagne die sogenanten Enclos Paroissiaux (umfriedete Pfarrbezirke), ein Kirchenensemble, das sich durch kuriose, prächtig ausgestattete Beinhäuser und kunstvolle Kalvarienberge auszeichnet. Diese Calvaires wurden im Freien vor der Kirche postiert und sollten dem einfachen Volk die Passionsgeschichte veranschaulichen. Mehrere hundert Granitfiguren in mittelalterlichen Gewändern sind chronologisch um Kreuz und Pietà gruppiert. Die größten und kunstvollsten Kalvarienberge entstanden in der Westbretagne durch die Konkurrenz verschiedener Nachbargemeinden, die es im Mittelalter durch Tuchhandel zu beträchtlichem Wohlstand gebracht hatten. Gleich hinter Brest, in Plougastel-Daoulas bekommen wir einen Vorgeschmack davon. Die 180 Figuren sind in zwei Etagen angeordnet und werden zu später Stunde von der Sonne perfekt angestrahlt.

Calvaire2.jpg (19175 Byte)

Wir sind neugierig auf die anderen Exemplare geworden und fahren etwas weiter ins Landesinnere. Die Entfernungen zwischen den sehenswerten Orten St. Thegonnec, Guimiliau, Sizun, La Martyre, Ploudiry und La Roche Maurice sind mit 5 bis 15 Kilometern auf der Landstraß so kurz, daß wir das Wohnmobil abstellen und die Calvairetour mit den Fahrrädern unternehmen.

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