Côte de Granit Rose die Traumküste im Norden

Hinter diesem
Begriff verbergen sich die abwechslungsreichsten Badebuchten der Bretagne.
Weiße Sandstrände kontrastieren in Ploumanach und Trégastel mit rosa schimmernden Felsen. Vom Meer rund geschliffen wirken sie
wie ausgeschüttete Bausteine aus Obelix Spielkiste. Die fotogensten
Gebilde wurden mit phantasievollen Namen wie »Hut Napoleons«, »Totenkopf«,
»Schildkröte« etc. getauft. Bei einem Spaziergang auf dem ehemaligen
Kontrollpfad der Zöllner zeigt sich das Schloß Costaérès auf einer
Insel im Felsenmeer von seinen schönsten Seiten. Bekannt wurde es
durch den Autor des Werkes »Quo vadis«, Henri Sienkiewicz, der sich
im 19. Jahrhundert hier einige Tage aufhielt. 1989 kaufte der Kabarettist
Didi Hallervorden das Fotomotiv als Feriensitz. Im Licht der Abendsonne
wird uns hier eine faszinierende Farbenshow geboten.
Technische Neugier zieht uns nach Pleumeur-Bodou, ein Fahrradausflug
von nur 6 Kilometern. Neben Europas erster Satellitenstation blitzen
schon von weitem riesige Parabolantennen. Unter der überdimensionalen
weißen Kugel steht die historische Hornantenne, mit der 1962 die erste
direkte Fernsehübertragung aus Amerika empfangen wurde. Neben der
Führung informiert ein Film über das spannende Ereignis in der Mediengeschichte.
Heute ist Pleumeur-Bodou fest in das weltumspannende Sateliten-Übertragungsnetz
einbezogen.
Verlockende Werbeprospekte ziehen im Sommer einige Tausend Touristen an, trotzdem quellen die Campingplätze nicht über und die Strände lassen genügend Spielraum, gibt uns die Dame im Touristenbüro von Perros-Guirec zu verstehen. Sie weist uns auf den Parkplatz nahe dem Büro hin, wo wir uns für 48 Stunden aufhalten können. Immer wieder treffen wir auf unserer »Tour de Bretagne« diese speziell ausgewiesenen Wohnmobil-Stellplätze an. Manche liegen traumhaft schön am Meer, wie der Platz in Roscoff , unserem nächsten Ziel.
Das Gebiet um Roscoff ist für seine Artischockenfelder bekannt. Begünstigt
durch das milde Klima des Golfstroms kommen 2/3 der französischen
Artischockenproduktion aus der Westbretagne. Aufwendig
per Hand wird jeder "Kopf" geerntet und fliegt im hohen
Bogen zielsicher in die Kiepe.
Am liebsten kaufen wir auf den französischen Märkten ein. In St. Pol de Leon finden wir neben der Kathedrale auch die gesuchten Artischocken. Für die Zubereitung in der Bordküche holen wir uns folgende Tips: Jeden Kopf erst einige Minuten in Essigwasser tauchen, um die Kleintiere aus ihren Verstecken zwischen den Blättern hervorzulocken. Die harten äußeren Blätter entfernen, den Stil abbrechen, die verbleibenden Blätter auf etwa ein Drittel kupieren (Schere). Die ganzen Köpfe müssen dann runde 45 Minuten im Salzwasser köcheln. Sie sind gar, wenn sich die Blätter leicht abziehen lassen. Zu dem milden Blattfleisch und butterweichen Artichockenböden gehört eine gute Sauce. Zum Beispiel eine würzige Mayonnaise, Vinaigrette oder eine herzhaft gewürzte Crème fraîche. Die fleischigen Blätter werden einzeln rausgezupft, in die Sauce getunkt und ausgelutscht - bon appetit! Im Restaurant stehen Artischockenherzen oft als Vorspeise auf der Karte.
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