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Outdoor-Eldorado für den Aktivurlaub

 Das Parnaiba-Delta in Brasilien

 Text und Fotos: Ralf Falbe 

Hitze lähmt den Verstand. Der Bundesstaat Piauí gilt als das heißeste Pflaster Brasiliens und nicht nur in der Landeshauptstadt Teresina (1) werden regelmäßig Temperaturen weit über 40 Grad Celsius gemessen.

Brasilienfahne

Der Rio Parnaiba, mit fast 1.500 Kilometern zweitlängster Fluss des ganzen Nordostens, bildet hier im gesamten Küstengürtel ein beeindruckendes Flussdelta mit tiefgrünen Mangrovensümpfen und einzigartiger Fauna. Auf dem Weg in den Atlantischen Ozean teilt sich der große Strom in mehrere Arme auf und verliert sich in unzähligen Inselgruppen und Lagunen. Das perfekte tropische Ökosystem ist Heimat unzähliger Tier- und Pflanzenarten wie Kaiman, Affe oder Tukan und gilt als Hauptlieferant verschiedener Krebs- und Schalentierarten, die von hier aus weltweit exportiert werden. Eine beliebte Touristenattraktion in der Kleinstadt Parnaiba (2) ist denn auch eine Bootsfahrt in diese beeindruckende Mangroven- und Inselwelt.

Surfer

Aktivurlauber und Wassersportler finden in der Region ihr ganz persönliches Eldorado, denn die umliegenden Strände bieten Wind und Wellen in ganzer Perfektion. Pedra do Sal auf der vorgelagerten Ilha Grande de St. Isabel ist ein kleiner und ursprünglicher Strandabschnitt mit einfachen Barracas und mehreren Windrädern, wo an manchen Tagen bis zu drei Meter hohe Wellen brechen. Hinter einer Landzunge liegt der kleine Naturhafen, geschützt durch markante Felsformationen, wo Fischerboote bei Ebbe flach fallen. Angler ziehen hier mitunter kapitale Raubfische und Stachelrochen aus dem Atlantik, jedes Mal begleitet von einem staunenden Menschenauflauf. Stolz lassen sich die Hobby-Fischer dann mit ihrer Beute fotografieren, während sich eine kichernde Kinderschar vor den zuckenden Fischkörpern gruselt.

Jericoacoara - Kitesurfer in der Brandung
Kitesurfer in der Brandung

Barra Grande hingegen ist in fester Hand der Kitesurfer, die teilweise auch aus dem fernen Europa anreisen. Jericoacoara gilt als bewährte Größe unter Kitern und liegt für brasilianische Verhältnisse nur einen Steinwurf entfernt, so dass viele eine Exkursion wagen. In der legendären Cabana da Miloca stärken sich Gringos und Brasilianer gemeinsam unter einem Dach, bevor Fallschirme und gewachste Bretter zum Einsatz kommen.

Bohnensuppe

In Parnaiba, Drehscheibe zwischen Stränden und benachbarten Bundesstaaten, erzählt Kelson aus Bahia von seiner Zeit in Albufeira, Portugal. Nach 19 Jahren in Europa hat ihn die globale Wirtschaftskrise zurück nach Brasilien geführt – genauer gesagt nach Parnaiba - wo er am Flussufer nun das Restaurant „Mandakaru“ leitet. Die Speisekarte könnte auch in der Algarve ausliegen, fast alle Gerichte sind von südeuropäischen Einflüssen geprägt. Richtig angekommen ist er anscheinend noch nicht in seinem boomenden Heimatland: Mit finsterer Miene schimpft er über mangelndes Umweltverständnis seiner Landsleute, die Plastikmüll und leere Flaschen nach Strandbesuchen einfach liegenlassen würden. Und dann dieser Lärm! Wie zur Bestätigung seiner Tiraden fahren kurz darauf mehrere Pickup´s mit gigantischen Lautsprechern auf der Ladefläche vor. Es ist Samstagabend und die Jugend strömt in die Stadt, unterstützt von donnernden Beats aus wummernden Boxen. Der Alte am Nachbartisch schaut gleichgültig auf die Straße und nimmt unbekümmert einen tiefen Schluck aus seinem Bierglas. Brasilien eben.

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