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Erotik in Amazonien

Auf der Kaimauer der ehemals berüchtigten Sklavereistadt Santarèm hat das Heer der Ambulantes inzwischen seine Waren ausgebreitet. Sogar Berge von Schlüpfern und Büstenhaltern wurden hingeschüttet, in denen man ruhig wühlen solle, wie die daneben sitzenden Frauen empfehlen, die sich mit aufgespanntem Regenschirm gegen die Sonne schützen. Aus Lautsprechern dringt laut und plärrend frivole Lambada, hier in Parà schließlich wurde der Rhythmus erfunden, wird er am meisten getanzt. Wunderschöne, sinnliche Mädchen in knappem Oberteil und Minirock spazieren am Kai, wollen bemerkt, bewundert werden, schäkern gerne mit dem Ausländer, zischen ihm hinterher - man kann sich in dieser Stadt rettungslos und ganz leidenschaftlich verlieben, die intensive, freie Erotik der Amazonenserinnen kennen lernen, unverkennbar beeinflusst von indianischer Kultur. "Die Indianer gehen mit Sexualität weit natürlicher um als die Bevölkerung des Südens und Südostens", sagt Eunice Sena, Präsidentin der regionalen Assoziation werktätiger Frauen, "wir hier hatten nicht denselben Einfluss der christlichen Moral. Sex wird nicht als Sünde angesehen". Indianerinnen, so bestätigen auch Anthropologinnen, sind sexuell weitaus freier und aktiver als ihre weißen Geschlechtsgenossinnen. Mädchen bekommen, falls sie das wollen, mit elf, zwölf Jahren die ersten Kinder.

Wir verlassen das Kai und gehen in die Stadt. Unter den Bäumen von Santarèms Kathedrale ruhen sich Leute aus, schlafen Bettler, Straßenkinder und Huren. Dahinter, bei den Kolonialhäusern, probt disharmonisch eine Blaskapelle. Hier und da ein paar Geistesgestörte, der Wilde Westen ist weiter weg in den Goldschürfercamps, den Garimpos.

Brasilien / Santarem / Haus

Mit dem Rumpelbus geht es mit anderen Badelustigen dreißig Kilometer über eine Erdstraße nach Alter do Chão, wo am Rio Tapajòs die schönsten, weißen Sandstrände der Region warten. In traumhafter Landschaft tobt sich besonders an den Wochenenden amazonensische Lebenslust aus. Das klare, saubere Wasser ist warm und flach genug, dass sich viele zum Flirten und Schmusen dort gleich stundenlang rekeln.

Brasilien / Alter do Chao

Fische und Krabben bester Amazonasqualität werden direkt neben den simplen Tischchen im Sand gegrillt, billig dazu, man könnte es so tagelang aushalten. Über zweihundert Kilometer den Rio Tapajòs hinauf liegt der Parque Nacional da Amazonia, rund zehntausend Quadratkilometer groß, bei Tierbeobachtern besonders beliebt.




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