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Piranha-Suppe, eine Delikatesse

Etwa sechzig Stunden Fahrt, dann endlich Santarèm, die drittgrößte Amazonasstadt, direkt vor uns. Was sich entlang der kilometerlangen Hafenkais abspielt, ist höchst exotisch und macht allergrößte Lust zum Aussteigen, zum Dauerfilmen und -fotografieren: Unmengen von Motorbarken wie unsere ankern dort, Nussschalen, Kanus,

Brasilien / Santarem  / Kai

Lastboote aller Größen, am Kai sieht man wartende Ochsenkarren, schwitzende, ächzende Sackträger, herumstolzierende Geier, arglose, offene, freundliche Gesichter, der trubelige Fischmarkt unter freiem Himmel. Hier liegen all die Prachtexemplare aus, von denen man auf der "Gaiola" oder in den Restaurants nur Stückchen vorgesetzt bekommt: Pacù, Tucunarè, Pirarucu und unzählige andere Fische, die beim regulären Amazonashochwasser bis in die Kronen der überschwemmten Bäume schwimmen können und sich dort an Früchten, Samen und sogar härtesten Nüssen gütlich tun. Händler zeigen auf Haie, Sägefische, Zitteraale, halten einem gerne auch Piranhas entgegen. Inzwischen wissen wir, dass die gar nicht so gefährlich sind wie immer behauptet. Und Piranha-Suppe ist eine absolute Delikatesse, ein Muss in dieser Gegend!

Brasilien / Santarem / Markt

"Die Fazendeiros übertreiben jetzt mit den Brandrodungen", schimpft ein Fischer am Kai, " zwanzig Stunden bin ich in einem Amazonas-Nebenfluss nur an brennenden Ufern entlanggefahren - schrecklich." Die zuständigen Umweltsheriffs tragen zwar Revolver, sind aber viel zu wenige und werden viel zu schlecht bezahlt. Ihre Gegner, darunter sogar Dynamitfischer und Pistoleiros der Großgrundbesitzer, sind besser bewaffnet und skrupellos. "Würden wir die Naturschutzgesetze hier tatsächlich anwenden, wären wir schon längst tot", sagt uns ein Agente da Defesa Florestal, "bestgehasst sind wir ohnehin".




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