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Schwarze Schweine rennen hinter Hühnern her, die sich auch in Hütten flüchten, dort sogar ins Bett oder in die Hängematte ihre Eier legen. Unvorsichtige Küken werden leichte Beute von Kaimanen; so mancher Hahn überlebt die Nacht nicht, weil ihm Vampire sämtliches Blut aussaugten. Nachts sausen sie mit anderen Fledermäusen um die "Gaiola", lassen sich aber nicht auf uns Schlafende nieder; dies tun sie nur an Land.

Brasilien / Kinder am Ufer

Morgens wacht man auf, entdeckt womöglich eine juckende Stelle auf der Haut - dort bediente sich ein Vampir, sogar mitten in Rio de Janeiro kann einem das passieren. In Kanus und kleinen Motorbooten kommen fliegende Händler vorbei, haben bergeweise Früchte für die Städte an Bord, bieten den Leuten der abgelegenen Palafitas Angelzeug, Messer, Jagdmunition und Geschirr an. Parà geht mit der Zeit: Inzwischen sind auch Billigst-Elektronik, bunter Plastikkram aus Hongkong und Taiwan oder sogar Drogen im Angebot, alles über Surinam und Französisch-Guayana im Norden ins Land geschmuggelt.

Gurupà - ein schlichter Flusshafen, ist erste Station - Ambulantes fallen wie ein Heuschreckenschwarm lautstark über alle Stockwerke des Schiffes her. Sie haben durchaus manches Brauchbare dabei, so simples Mineralwasser, kuriose Souvenirs oder selbst produzierte spottbillige Musikkassetten mit maliziösen Rhythmen.

Noch lange tuckern wir entlang der Ilha Grande de Gurupà, bis unsere Holzbarke endlich das Hauptbett des Rio Amazonas erreicht. Auf einmal wird der Strom wieder kilometerbreit, ein großartiger Anblick. Die Landschaft bleibt nicht mehr so flach wie im Delta, es gibt erstmals Anhöhen, Steilufer, ausgedehnte Galeriewälder mit gelben, roten Farbtupfern der Blüten. Vom Vormittag an türmen sich teils beträchtliche Wolkengebirge auf, verändern ständig ihre Form, scheinen hier und da regelrecht zu explodieren; man kann ewig zuschauen.




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