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Manche kehren nie zurück

Jetzt werden die Taue losgemacht, der Steuermann gibt Gas, eine schwarze Dieselwolke stiebt aus dem Rohr; zurück am Kai bleiben Winkende mit Abschiedstränen. Manche werden sich viele Monate, gar Jahre nicht wiedersehen. Und wer, wie die Schürfer und "Prostitutas", in die ungezählten Wild-West-Camps will, kommt von dort vielleicht nie wieder zurück.

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Prostituierte in Manaus

Das Durcheinander an Bord lichtet sich, selten wird um Plätze gezankt, die erste Brise auf Belèms lehmig gelber "Baia do Guajarà" ist hochwillkommen. Neugierige Blicke, ganz direkter Augenkontakt wie in Deutschland völlig unüblich, rasch nimmt man Fühlung zu den Nachbarn auf, legt sich später zum Kennenlernen oder Flirten gar zueinander, viele Redes sind wunderbar geräumig. Alles weitere findet sich in tropischer, sinnliche Gefühle weckender Äquatorschwüle.

Ohne ein bisschen portugiesisch wenigstens zum Radebrechen wären wir verloren, blieben zwangsläufig Außenseiter. Zu schade, von dem ganzen Geschnatter, den Plaudereien links und rechts, den Tisch-und Bar-Konversationen kaum ein Wort zu verstehen, und auf neugierige Fragen - die kommen zuhauf - nicht antworten zu können. Am Amazonas jemanden zu treffen, der Englisch versteht, wäre reine Glücksache.

Die größte Flussinsel der Welt

Die "Gaiola" passiert nun Inseln. Führe sie nach rechts, ginge es über die Baia de Marajò auf den Atlantik hinaus. Doch wir fahren links hinauf und fragen uns, ob dieser riesige Strom etwa schon der Amazonas ist? Nein, es ist nur dessen Mündungsgebiet, das wiederum aus unzähligen kleineren Flüssen oder sehr beträchtlichen wie dem Rio Parà durchzogen wird. Rechterhand liegt die Ilha do Marajò, die größte Flussinsel der Welt, die selbst Dänemark an Fläche weit übertrifft. In ihren sumpfigen Teilen weiden riesige Herden von Wasserbüffeln, lassen sich dabei von den Alligatoren nicht stören. Die kann man schon jetzt immer wieder einmal am Ufer liegen sehen, gleich neben prächtigen roten Reihern beim Fischfang. Der Kapitän weist für jene, die nicht Bescheid wissen in der Gegend, nach links, denn dort mündet der Rio Tocantins in Kilometerbreite ein. Bis zu dieser Stelle hat der Fluss immerhin über 2700 Kilometer zurückgelegt - die Donau zum Vergleich bringt's auf 2850 km.




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