DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Nicht zu fassen, aber selbst in Amazonien hat man vom Münchner Oktoberfest gehört, will Genaueres wissen über deutsche Badesitten und die Nackten in den Parks. Alle erzählen von den Szenen, als von einem schwedischen Kreuzfahrtschiff jene - für hiesige Begriffe - riesigen nordischen Frauen ausstiegen und am Strand ungerührt beim Umziehen ihre Oberweite enthüllten. Da standen die Amazonenser starr vor Staunen, wenn der Badeanzug oder Bikini fiel, die Kinder riefen:"Oi, Mamae, olha o peitao!" - "Oh Mami, guck mal: diese Riesenbrüste!" Denn bei aller sinnlichen, sexualisierten Erziehung und Lebensweise, so etwas ist bis auf weiteres undenkbar.

Nach Parintins steuert unser Kapitän vor dem Endpunkt der Reise nur noch den Amazonashafen Itacoatiara an. Die Passagiere verbreiten Vorfreude, werden aufgeregt, wollen uns unbedingt den nahenden Zusammenfluss des von Humus schwarzen Rio Negro und des schlammig gelben Rio Solimoes zum Amazonas zeigen, angeblich viel beeindruckender als das Treffen des Rio Tapajòs mit dem Amazonas vor Santarèm. Links und rechts Überschwemmungswald scheinbar bis zum Horizont, in Lagunen treiben allen Ernstes Wiesenflächen, manche sogar quadratkilometergroß, besetzt mit bunten Wasserhyazinthen, Gräsern und Farnen. Eine Unzahl von Fröschen, Vögeln, Krebsen und Insekten treibt mit. Im März steht das Wasser hier fünfzehn Meter höher als im Oktober, überflutet die Wälder für Monate. "Da ist er!", rufen plötzlich unsere neuen Freunde, zeigen auf den Amazonas, meinen den "Encontro das Aguas", die "Gaiola" hält genau darauf zu. Wie merkwürdig, an die fünf Kilometer dauert es, bis sich Rio Negro und Rio Solimoes endlich vermischen, nicht mehr ganz scharf getrennt nebeneinander herfließen, an den Farben bestens zu unterscheiden. Zunächst sind die Temperaturen und die Geschwindigkeiten beider Ströme noch sehr verschieden, passen sich nur langsam an - daran liegt es.

Brasilien / Manaus / Oper
Die Oper von Manaus

Vor uns jetzt die Betonblocks und Uferslums der Millionenstadt Manaus, gerade mal sechsundzwanzig Meter über dem Meeresspiegel. Nicht zu leugnen: Ein ziemlich brutaler Kontrast zu unseren bisherigen Toureindrücken.




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