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Der schönste Strand Brasiliens

Jericoacoara 

Text und Fotos: Ralf Falbe 

Wer hat´s erfunden? Die Schweizer waren es nicht – nein - die Schreiber der Washington Post haben Jericoacoara (1) zum schönsten Strand Brasiliens gekürt. Ein Land so groß wie ein Kontinent mit über 7.000 Kilometer Küste – was macht da das Besondere an einem Stückchen Strand aus?

Jericoacoara - Surfer

Die Anreise ist immer noch beschwerlich, obwohl heute in Fortaleza (2) Reiseveranstalter organisierte Busfahrten nach Jeri – so wird der Ort liebevoll genannt – anbieten. Man spaziert am Praia Iracema einfach in eines dieser vollklimatisierten Büros, bucht die Fahrt und wird tags darauf vor dem eigenen Hotel eingesammelt.

Die Reisegemeinschaft besteht fast ausschließlich aus wohlhabenden Südbrasilianern, die sich von einem bemühten Reiseleiter die Naturschönheiten und die Geschichte Jeris erklären lassen. So ganz nebenbei kann man Buggy-Ausfahrten und Kitesurf-Kurse buchen, es gäbe schließlich viel zu tun im Paradies. Paradies? Das hat man doch schon mal irgendwo gehört. Misstrauen macht sich breit.

Jericoacoara - Ein Junge spielt am Strand mit seinem Drachen
Ein Junge spielt am Strand mit seinem Drachen

Später hält der vollklimatisierte Bus im gefühlten Nirgendwo, es geht in die Jeeps, die sich kurz darauf durch die Sanddünen schieben. Die Gruppe aus Florianopolis hat bereits reserviert, jeder wird vor seiner gebuchten Pousada sorgsam abgesetzt. Und ohne Buchung? Im Zentrum abspringen und nach Zeichen für eine preiswerte Unterkunft suchen. „Pousada do Famila Juventude“ klingt nach Sockelbetrag und kleinem Budget, was sich dann auch tatsächlich bestätigt.

Szenenwechsel. „Do you like snow?“, so die unvermittelte Frage in der Disco „Mama Africa“. Damit wird wohl kaum das Wetter hier gemeint sein und das viel zitierte Paradies bekommt weitere Schrammen. Gegenüber ein paar Kitesurfer in der Gruppe, allesamt Europäer, darunter viele Deutsche, die hier ihre blondierten Haare spazieren führen. Man gibt sich locker, viele verbringen ihren gesamten Urlaub hier, kennen ansonsten keinen anderen Ort in Brasilien. Wozu auch?

Jericoacoara - Surfer schreiten am späten Nachmittag mit dem Einsetzen der Flut zum Schreddern der Wellen
Surfer schreiten am späten Nachmittag mit dem Einsetzen
der Flut zum Schreddern der Wellen

Jericoacoara ist längst kein Traveller-Eldorado mehr, heute bestimmen wohlhabende Südbrasilianer, Wochenendtouristen aus dem nahen Fortaleza und vereinzelte Sporturlauber, die ihre Reise bereits komplett durchgebucht haben, die sandigen Straßen von Jeri. Und auf denen knattern Quads, Motorräder, Jeeps, Pick-ups und Buggys um die Wette. Motorenlärm im Paradies? Die Schrammen wachsen zu einer großen Beule.

Jericoacoara - Windsurfer schreddert am späten Nachmittag im Gegenlicht die Wellen
Windsurfer schreddert am späten Nachmittag im Gegenlicht die Wellen

Aber dann: perfekte Wellen zum Surfen, Sonnenuntergang auf der „Sunset Dune“ und ein eiskaltes Bier in der Strandbar. Mit dem Einbruch der Dämmerung verändert auch Jeri seine Farben und die romantischen Gassen mit den hübsch dekorierten Steinhäusern im wüstenartigen Adobestil werden in sanftes, buntes Licht getaucht. Die Beule heilt.

Jericoacoara - Strand in der Abenddämmerung mit Blick auf die legendäre Düne "Sunset Dune"
Strand in der Abenddämmerung mit Blick auf
die legendäre Düne "Sunset Dune"

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