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Praia Vermelha bedeutet zwar roter Strand, der Sand ist dort aber so gelb wie überall auf der Ilha Grande. Das Dorf hat zwei kleine Bars, eine Pension. Vom Strand aus wächst es in einer Reihe von kleinen Häusern und Lehmhütten die steilen Berghänge hinauf. Dahinter beginnt die wilde Ostseite und die menschenleere Bergwelt Ilha Grandes.

Brasilien: Ilha Grande - Ostseite
Wild, unbewohnt, mit weiten Stränden und brausenden
Wellen zeigt sich die Ostseite der ehemaligen
Gefängnisinsel

Dort gibt es weder eine Straße noch einen bequemen Wanderweg, der über die Insel führt. Es gibt nur schmale Urwaldpfade, die oft zugewuchert und kaum mehr erkennbar sind. 

Brasilien: Ilha Grande - Atlantischer Regenwald
Historische, von Sklaven angelegte - aber teilweise
vergessene - Wege führen durch den Regenwald
rund um die Ilha Grande, die Große Insel

Nur mit einem einheimischen Waldführer ist es deshalb möglich, die Insel zu umwandern. Praia Vermelha ist ein guter Ausgangsort dafür. Mal geht es einen dicht mit Flechten, Bromelien und Orchideen bewachsenen Bergregenwald hinauf und hinunter, mal Kilometerlang am Strand entlang. Dann heißt es wieder über mächtige Felsen klettern, um an den Strand von Aventureiro zu gelangen. Hinter dem goldgelben, fast endlosen Sandstreifen beginnt das Reich der Restinga.  

 Brasilien - Bromelien
Am Übergang zwischen Küstenvegetation,
Felsen und Regenwald wuchern
Bromelien im Osten der Insel

Restinga ist ein nur in Ost-Brasilien vorkommendes Ökosystem, das sich in Meeresnähe auf Felsen oder sandigem Boden entfaltet: ein dichtes, schier undurchdringliches Netzwerk von hellgrünen Bromelien, stacheligen Kakteen, harten, trockenen Büschen und stammlosen Palmen. Fast überall an Brasiliens Küste wurde die Restinga abgebrannt und restlos beseitigt, um Platz für Siedlungen, Hotels, Urlaubsressorts und Wochenendhäuser zu schaffen. Nicht so dieser, dem offenen Meer zugewandten Seite der Ilha Grande. Hier zieht sich die Restinga unangetastet über Dutzende von Quadratkilometern hinweg parallel zu den Stränden hin, um sich dann fast ohne Übergang mit den entlang der Flüsse wuchernden Mangrovenwäldern und den an den Berghängen wachsenden atlantischen Regenwäldern zu vermischen. Diese Artenvielfalt ist Grund dafür, dass dieser Teil Ilha Grandes seit den 70er Jahren Naturreservat ist und seit 1993 als Biosphärenreservat unter dem Schutz der UNESCO steht.




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