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Am Pico herrscht manchmal Gedränge

Der Aufstieg am folgenden Morgen wird mit einem klaren Sonnenaufgang belohnt. Der Blick in die erst rötliche und bald blaue Leere des Himmels über einem schier unendlichen Wolkenmeer hinweg ist ein scharfer Kontrast zum dunkelgrünen Universum des Bergregenwaldes, dem wir erst tags zuvor entstiegen waren. Doch das Gefühl "die Ersten zu sein" stellt sich hier am Pico da Bandeira leider nicht ein. Wie in Rio de Janeiro prunkt eine überlebensgroße, betonierte Christus-Statue als Gipfelkreuz in den Himmel. Und eine zehn Mann-und-Frau starke brasilianische Reisegruppe stürmt gleich hinter uns lärmend den Gipfel. Sie kamen ohne Wanderführer von der sanften Westseite von Minas Gerais her, wo die Nationalparkverwaltung das Schutzgebiet nach US-amerikanischem Muster mit Parkplätzen, Picknickstellen und breiten Wegen für Kurzausflügler erschlossen hat. "Das darf mit unserer Seite nicht passieren", meinen die Umweltschützer von Santa Marta. Ihr Wunschtraum ist es, dass die "wilde" Ostseite der Serra do Caparao immer so "unberührt" und "wild" erscheint wie heute. Wir überlassen den Gipfel den Wochenendtouristen aus Minas Gerais und tauchen wieder ein in die neblige Verlorenheit und Einsamkeit des letzten großen Bergregenwaldes von Espiríto Santo.

Brasilien / Caparao / Bergregenwald
Im Bergregenwald des Nationalparks von Caparaó




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