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Doch die Mata Atlantica wurde das erste Opfer der "weißen" Eroberung Südamerikas. Von ihren einst etwa 1,3 Millionen Quadratkilometern sind heute nur noch höchstens vier Prozent übrig. Dennoch zählen Brasiliens letzte atlantischen Regenwälder heute noch zu den artenreichsten Ökosystemen unseres Planeten. Die Mata Atlantica ist besonders reich an so genannten Aufsitzerpflanzen wie Bromelien, Orchideen und Tilandsien.

Diese wenigen Reste Atlantischen Regenwaldes im Küstengebirge sind aber nicht nur aufgrund ihrer Artenvielfalt überlebensnotwendig für den Brasilien. Vor allem liefern sie das Trinkwasser für zwei Drittel der brasilianischen Bevölkerung. Millionenstädte wie Rio de Janeiro oder Sao Paulo lägen ohne den letzten Atlantischen Bergregenwäldern auf dem Trockenen.

Noch führt nur eine Erdstraße an den Fuß des Pico

Brasilien / Caparao / Santa Marta
Das Dorf Santa Marta

"Nur" wegen des guten Wassers sind wir allerdings nicht die acht Stunden von Rio de Janeiro mit dem Bus nach Santa Marta in den äußersten Westen Espiríto Santos gefahren. Ziel ist der Weg, der Weg von der wilden Ostseite hinauf auf den Pico da Bandeira. Und das Dorf Santa Marta ist der beste Ausgangspunkt für die Regenwald- und Bergtour zum Gipfel.

Brasilien / Santa Marta / Kutsche
Mit der Pferdekutsche durch Santa Marta

Der Kaffee-Anbau ist traditionelle Einnahmequelle des rund 1100 Einwohner zählenden Dorfes, in dem erst Ende der 1980er Jahre die "Moderne" Einzug hielt. Bis dahin standen Sonntags fast nur Pferde und einachsige Kutschen vor den drei Kirchen Santa Martas. Inzwischen gibt es - obwohl die einzige Verbindung zum nächsten Städtchen Ibitirama eine holprige, etwa zehn Kilometer lange Erdstraße ist - auch in Santa Marta zunehmend Autos. Die Regionalregierung plant zwar eine "bessere" Straße nach Santa Marta und rund um den Nationalpark von Caparao, doch soweit ist es noch lange nicht. Sowohl der Müll- als auch der Milchmann fahren noch mit der Pferdekutsche durch Santa Marta. Und die ersten Privattelefone gibt es erst seit Anfang 2002.




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