Seit 10.000 Jahren schon leben Bushmen in der Kalahari Wüste. Sie sind San, die seit 40.000 Jahren bestehende und damit älteste noch existierende Menschenrasse Afrikas. "Bosjemans" – was so viel heißt wie Gammler oder Herumtreiber - nannten die Holländer, die ersten weißen Siedler im südlichen Afrika, die ein Meter sechzig kleinen, gelbhäutigen und schmaläugigen Nomaden, deren direkte Verwandte, die Khoikhoi (von den Holländern Hottentotten genannt) sich bei ihrem Treck durch den Süden Afrikas an der Ostküste des heutigen Südafrikas niedergelassen hatten und dort von den europäischen Kolonialisten im 17. Jahrhundert nahezu ausgerottet wurden. Die Bushmen zogen sich weit in die Kalahari zurück, wo die meisten der Familienverbände noch heute ohne viel Aufhebens um ihren Alltag zwischen kurzzeitigen Domizilen aus einfachen Hütten leben und der Wanderung zwischen den Ländern Südafrika, Namibia und Botswana. Immer auf der Suche nach neuen Jagdgebieten, Wasser, Wurzeln und frischen Früchten während der Regenzeit. Dabei existieren für die Bushmen keine staatshoheitlichen Zäune, und Botswana, ein wildes, auf den ersten Blick unangetastetes Land mit unendlich vielen Meilen unbewohnter Weiten erscheint ohnehin grenzenlos.

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Und nahezu menschenleer, wie der Korrespondent einer englischen Tageszeitung nach einer Reise durch den ehemaligen Kolonialbesitz der britischen Krone schrieb und dieser Eindruck täuscht nicht. Denn auf einer Landesfläche von gut der Größe Frankreichs leben nur knapp eine Million Botswaner: Tswana, San, Hurutse, Rolong, Ndebele und LaBete, und die meisten von ihnen im Osten, entlang der natürlichen Grenze zu Südafrika, dem Limpopo River. Hier, zwischen Gaborone, der Hauptstadt des Landes und Francistown, der zweitgrößten Stadt, ungefähr 500 Kilometer nördlich, liegen die wirtschaftlich wichtigsten Handelsobjekte Botswanas in der Erde begraben. Das Land, das zwischen Angola, Zambia (durch den von Namibia heißbegehrten Caprivi Strip getrennt), Zimbabwe, Südafrika und Namibia liegt, ist nämlich der zweitgrößte Diamantenproduzent der Welt, und nahezu alle Bewohner Botswanas arbeiten in den Minen. Dieser Reichtum wäre, hätten schon die Kolonialherren davon gewußt, Botswana nie zugute gekommen, sagen die Botswaner. "Es glaubt doch keiner, daß British Bechuanaland unter diesem Aspekt von den Engländern in die Freiheit entlassen worden wäre" höhnt man und lacht sich klammheimlich ins Fäustchen – als wäre die Erlangung der politischen Eigenständigkeit ein Trick gewesen. Dabei gehörte Bechuanaland 1966, im Jahr seiner Unabhängigkeit, zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. Die zwei Jahre später beginnende Geschichte, die Botswana zu einem der reichsten Länder Afrikas machte, ist sinngemäß vergleichbar mit den Erfolgsstories ehemaliger Tellerwäscher, die es zu Hoteltycoonen brachten. Und noch immer werden die hermetisch abgesicherten Abbaugebiete weitläufiger, dringen stetig ins Landesinnere vor. Dabei verzweigen sich die Stollen unterirdisch und dehnen sich in alle Himmelsrichtungen aus – wie als Pendent zum Okavango Delta im Norden des Landes und quasi vis á vis der Minen, einem mit der Regenzeit alljährlich wiederkehrenden Naturspektakel.

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