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Dinosaurier, Bushmen und Wasser von nirgendwoher
Text:
Ulla Ackermann
Fotos: Wolfgang Hickel und Ulla Ackermann
Plötzlich stand er da, der fast nackte Bushman und niemand hatte ihn kommen sehen. Die kleinwüchsige Gestalt mit dem Pfeilköcher auf dem Rücken und einem Bogen über der Schulter verhielt sich regungslos und unterschied sich darum kaum von den mannshohen Aloen, die wie menschliche Silhouetten in Standbildern die Kalahari Wüste "bevölkern". Hier, in den Makgadigadi Pans, einer flachen, weißgrauen Salzpfannenlandschaft inmitten Botswanas, sind diese Halfmentrees und ein paar wie zufällig aufeinandergetürmte Felsen die einzigen Anhaltspunkte in endloser Weite.
Xetu heißt der Bushman, er ist nähergekommen und spricht in einer Sprache voller Klicklaute. Sein Gesicht ist faltenzerfurcht, er scheint ständig zu lächeln und weil die verbale Verständigung zunächst nicht gelingt, lacht er aus vollem Hals. Dann deutet er auf den Boden und bei näherem Hinsehen sieht man sich in einem Meer von Fossilien stehen. Selbst die Spuren von Dinosauriern sind so deutlich und zahlreich, daß im ersten Moment wahrscheinlich niemand überrascht wäre, würde ein lebendes Exemplar dieser längst ausgestorbenen Rasse sich aus dem Dunst am Horizont lösen. Unter den Füßen knirschen zerbröselnde Salzkrusten und die Stille ist so laut, daß der Wind, der nur ein Hauch ist, wie Sturm heult. Ungeahnte Ruhe ergreift uns Fremde, nimmt Besitz von uns und läßt ein Eintauchen zu in diese Landschaft, der in ihrer faszinierenden Ödnis die unwirkliche Atmosphäre einer vorzeitlichen Kulisse anhaftet.
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