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Später am Nachmittag sehe ich nach langer Zeit wieder bekannte Gesichter: wie schon in Deutschland verabredet treffe ich vier Freunde von mir wieder, um von hier gemeinsam zum Salar und den Lagunen zu reisen. In Uyuni gibt es dafür zahlreiche Tourenanbieter, die mit ihren 4x4-Geländewagen, auf mehr oder weniger identischen Routen dieses Gebiet befahren. Die Auswahl ist groß. Am besten informiert man sich im Ort bei den staubig Zurückgekehrten über die aktuelle Hitliste von Fahrer, Köchin und Anbieter. Und wenn man sich vorher noch angenehme Beifahrer ausgesucht hat, kann sie beginnen: die Fahrt in eine der landschaftlich spektakulärsten Gebiete unserer Erde.

Die Sache hat nur einen Haken. In der Hauptsaison, von Juli bis September, sind manchmal bis zu 20, 30 Autos gleichzeitig auf der Strecke und die Fahrer machen sich einen Spaß daraus möglichst als erster den abendlichen Schlafplatz zu erreichen, um dann in Ruhe das geschundene Vehikel reparieren zu können. Wir überlegen uns deshalb, die normalerweise viertägige Tour im voraus um einen Tag zu verlängern, um so der 'Rallye' zu entgehen und den Nissans und Toyotas immer ein paar Stunden voraus- oder hinterher zu fahren. Nur ein Tag mehr. Aber der soll es bringen!

Salar de Uyuni, Bolivien
Zwischenstopp auf dem Salar de Uyuni

Am nächsten Tag gehen wir auf den Markt, um uns mit frischem Obst und Wasser einzudecken; den Rest besorgt unsere Köchin Anjelica. Sie und ihr Mann Jorge, der Fahrer der Tour, beide Ende 40, werden uns in den nächsten Tagen durchs Hochland führen. Wir verstauen das Gepäck in und auf dem Auto und mit Peñamusik aus dem Rekorder verlassen wir die Stadt Richtung Salar de Uyuni: zur größten Salzwüste der Anden, fast 3700 m hoch gelegen und beinahe 20 mal so groß wie der Bodensee.

Salar de Uyuni, Bolivien
Morgendämmerung am Salar de Uyuni

Salz, so weit das Auge reicht

Die Augen brennen, als wir zum ersten mal den Wagen verlassen, knirschendes Salz betreten und den Horizont erahnen. Gleißendes Weiß: ein Meer aus Salz. Meine Pupillen bemühen sich, ihre kleinsten Öffnungen zu erzeugen, doch ohne Sonnenbrille sieht man fast nichts. Wir begegnen Salzarbeitern, die mit Äxten kofferradiogroße Blöcke aus der Salzmasse hauen, zwei Stunden mit ihren Fahrrädern vom nächsten Ort entfernt. Auch das mittlerweile schon recht bekannte "hotel de sal" mit seinen paar Zimmern aus Blocksalz liegt auf unserem Weg. Dann verlassen wir die übliche Route und fahren weiter Richtung Nordwesten. Nach gut vier Stunden werden wir von der Salzwüste, die in der Regenzeit von November bis März zum knietiefen See wird, wieder ausgespuckt. Jorge macht uns den Vorschlag, zu einer kleinen, spärlich bewachsenen Anhöhe zu gehen. Er spricht von einer angeblich uralten Vor-Inkasiedlung. Und tatsächlich entdecken wir auf einer Kuppe alte Steinmauern mit Fensternischen, Andeutungen von Räumen, vereinzelt bemalte Tonscherben und etwas unterhalb der Anlage unter kleinen Vorsprüngen zahlreiche Knochen und menschliche Schädel... Eine einfache Unterkunft für die Nacht finden wir im fast menschenleeren Dörfchen Jiriri am Fuße des Vulkans Tunupa. Nach einer Portion Nudeln mit Lamafleisch kriechen wir in unsere Schlafsäcke. Die Nacht ist klar und ziemlich kalt.

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