Ab jetzt wird die Tour entspannter. Der Knatsch mit unseren Guías ist kurze Zeit später beigelegt, jetzt wird nur noch geflüstert und geguckt. Es lohnt sich, denn an der nächsten Biegung beginnt das Paradies! Hunderte von weißen Reihern erheben sich in die lauen Lüfte. Kleine Daunen segeln zur Erde. Ein schokofarbenes Adlerpaar hält knapp über unseren Köpfen sein Schwätzchen. Immer mehr Vögel tauchen auf, nicht bedrohlich, sondern erhaben. Riesige Jabirus ziehen an uns vorbei, die größten Störche Amerikas, ein paar Sichler in ihrem Gefolge. An einem baumfreien Uferstück liegen Capybaras, wie gedopte, ein Meter große Riesenmeerschweinchen in der untergehenden Sonne. Krokodile, Süßwasserrochen, Affen, urvogelartige Hoatzins. Welch eine Fauna!

Was
für ein prachtvolles Nagetier: ein Capybara
Langsam wird es Zeit, einen Platz für die Nacht zu finden. Kein einfaches Unterfangen, weil durch die starken Regenfälle der letzten Tage der Fluss über die Ufer getreten ist und viele mögliche Schlafplätze überschwemmt sind. Es gibt hier einige provisorisch angelegte Camps mit einfachen Tischen, Matratzen auf Holzgestellen, Buschklo und einer Plane als Dach. Auch wir werden fündig: Unser "Nest" liegt idyllisch unter nicht zu großen Bäumen und ist sogar halbwegs trocken.

Süßwasserrochen
im Rio Yacuma
Kaum
ist der erste von uns an Land, beginnt auch schon das große
Fluchen. Mücken, Mücken, Mücken! Heerscharen kleiner
schwarzer Flieger umzirzen unsere Köpfe. Ein Tinnitus durchsichtiger
Flügel. Caruso, der Koch, schmeißt sich zur Rettung eingeseift
in den Fluss. Und da, ganz plötzlich, tauchen sie auf einmal
auf. Wir haben nicht zu hoffen gewagt,
sie zu finden. Nur ein Schnaufen liegt in der Luft: rosafarbene Flussdelphine.
Die Mücken sind für eine Sekunde vergessen, die Delphine,
drei an der Zahl, ziehen in einem Abstand von ein paar Metern an uns
vorbei. Ein letztes Pusten und sie sind weg. Schön!
Seite 1 / 2 / 3 / 4 / Infos / zur Startseite