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Auf dem Rio Yacuma unterwegs

Endlich geht´s los. Noch ein wenig Schotterpiste und wir erreichen am Nachmittag die Ufer des Río Yacuma. Ein träger, kleiner Fluss, mit einer undurchdringlichen, fast schwarzen Wasseroberfläche und dichter Ufervegetation. Kaum ist unsere Ausrüstung im hölzernen Längsboot verstaut, wirft Miky den Motor an und wir sind unterwegs. Schnell trocknet der Fahrtwind unsere verschwitzten Hemden, Wolken und auch die Mücken sind verschwunden. In langsamer Fahrt geht es ganz nahe an alten, lianenverhangenen Bäumen vorbei, im Wechsel mit dunkelgrünem Buschwerk und kleinen lindgrünen Lichtungen. Mal windet sich der Fluss hektisch und abrupt, bei der nächsten Biegung wird er dann wieder sanft und großzügig. Wie eine satte Schlange.

Rio Yacuma, Bolivien
Bootsfahrt auf dem Rio Yacuma

Plötzlich heult der Motor auf. Zwei wachsame bolivianische Augen haben etwas entdeckt und es geht im Rückwärtsgang weiter. Auf einem ausladenden Ast liegt schlummernd eine arm- dicke Anakonda. Und "zack!", ehe die Schlange auch nur ein Auge aufmachen kann, kriegt sie eins mit dem Paddel auf den Kopf. Wir gucken uns verwundert an und versuchen unseren Jungs mitzuteilen, dass das nicht nötig sei. "Das ist nicht so schlimm, die Tiere hier sind das gewohnt", ist die knappe Antwort. "Außerdem könnt ihr bessere Fotos machen, wenn die Tiere etwas angeduselt im Gestrüpp liegen". Herzlichen Dank! Bei der nächsten Schlange das Gleiche! "Zack", wieder auf die Schnauze. Unsere Proteste werden immer lauter und helfen letztendlich auch. Keine Schlange, kein Krokodil, kein "Gar-Nichts" sollte aus unserem Boot mehr eins auf den Deckel bekommen. Grosse Verwunderung. Bekloppte Touristen.

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