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Unterwegs auf dem Rio Beni

Ein paar Schritte noch sind es zum Flussufer, wo ein hölzernes Längsboot mit knatterndem Außenborder abfahrbereit daliegt. Jose, unser Schlapphut tragender Kapitän heißt uns an Bord willkommen. Los geht die Fahrt. Den Rio Beni flussaufwärts fahrend, kommen wir in zügigem Tempo voran. Schon nach wenigen Minuten sind wir außer Reichweite der Stadt und nur noch vereinzelt tauchen hie und da kleine Holzhütten am Flussufer auf. Vorbei geht es an schroffen Felsen und üppiger Vegetation. Angenehm der Fahrtwind, der uns ein wenig Abkühlung verschafft auf dem gemächlich dahinfließenden Wasser. Nach einer Weile erspähen wir die Mündung des kleineren Rio Tuichi und befahren ihn weiter Richtung Westen. Bekannt geworden ist dieser Fluss durch die Veröffentlichung des Buches von Israeli Y. Ginsburg, der in "Back from Tuichi" sein Verlaufen im Dschungel und die wundersame Rettung durch Einheimische beschreibt. Diese Geschichte war Auslöser für den gesamten Tourismus in dieser Region.

Rio Beni, Bolivien
Längsboote am Ufer des Rio Beni

Der Fluss wird schmaler und flacher. Ein paar von uns müssen raus, um das Längsboot über Stromschnellen zu hieven, in der Hoffnung, dass sich Kaimane, Piranhas und Stachelrochen heute eher in einem ruhigeren Abschnitt aufhalten. Und sie tun uns den Gefallen. Kurz bevor die untergehende Sonne die höchsten Wipfel des Waldes berührt, erreichen wir den Landepunkt - eine Sandbank im Nirgendwo. Nur zwei kleine Kaimane gähnen gelangweilt auf der gegenüberliegenden Uferseite. Wir packen unsere Sachen zusammen und nach zwei Kilometern Fußmarsch, vorbei an Lianen und Farnen, erreichen wir nass geschwitzt unser Ziel. Vor uns liegt im letzten Licht des Tages, silbrigglänzend, von Arapaaren und Tukanen umflogen, eine große, palmenumsäumte Lagune im Regenwald.

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