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Sonniger Urlaubsort mit liebenswerten Marotten

Man hält sich auf Bermuda zwar einerseits weiterhin an den britischen Linksverkehr, doch ist das Pfund als allgemeine Zweitwährung längst vom US-Dollar abgelöst. Die Insulaner spielen weiterhin englischen „football“ statt amerikanischen „soccer“, doch essen sie keine „biscuits“ mehr, sondern amerikanisierte „cookies“ und empfangen die Touristen nicht für „holidays“, sondern für „vacations“. Den Engländern ist ihre losgelöste Kolonie, die sich völlig selbst verwaltet und nur in Fragen der Außen- und Verteidigungspolitik von Großbritannien vertreten wird, folglich etwas zu amerikanisch. Die amerikanischen Touristen ihrerseits können hier einen Hauch England schnuppern, ohne sich auf allzu viel Fremdes einzulassen, und für alle anderen ist Bermuda ein sonniger Urlaubsort mit einigen liebenswürdigen Marotten.

Bermuda Hamilton Linksverkehr
Linksverkehr in der Hauptstadt Hamilton

Bermudas eigenwillige Lebensart zeigt sich auch im Verkehrswesen: Bis heute ist pro Haushalt nur ein Auto erlaubt, eine Regelung, die angeblich sogar von den Millionären und Milliardären eingehalten wird, die hier ihr Domizil haben. Hinzu kommt das Verbot von Mietwagen: Dies hat angeblich vorwiegend ökologische Gründe, scheint jedoch auch eine Art Selbstverteidigung der Einheimischen gegen die überwiegende Mehrzahl der Touristen zu sein, die nicht aus Großbritannien stammen, an Linksverkehr nicht gewöhnt sind und auf den engen und unübersichtlichen Straßen ständig Unfälle verursachen würden.

Bermuda Hafen von St. George
Im Hafen von St. George

Und zum Schluss: die Bermuda Shorts ...

Besonders auffällig im schrulligen Inselalltag sind die Bermuda Shorts, die hier keineswegs als Freizeitbekleidung dienen. Der Herr trägt seine kurzen Hosen als formales Kleidungsstück zur Arbeit und zu festlichen Anlässen. Dazu gehören Kniestrümpfe und ein marineblauer Blazer mit Krawatte. Für Geschäftsleute, die auf die Inseln versetzt werden, ist das gewöhnungsbedürftig. Neuankömmlinge tragen zunächst erst einmal dunkelgraue oder dunkelgrüne Hosen, später trauen sie sich dann auch an rot, gelb oder rosa. Diese Aufmachung, die als konservativ gilt und von Bankangestellten und Versicherungsmaklern bevorzugt wird, mag für Außenstehende auf den ersten Blick lächerlich wirken, sie ist jedoch angesichts des Klimas ungeheuer praktisch. Neuerdings dürfen die Shorts sogar im Parlament getragen werden.

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