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Doch der Fetisch des höchsten aller Voodoopriester Benins hat schwere Zeiten für das kleine Land prophezeit. An einem ganz normalen Tag vor ein paar Monaten hatte Voodoo während der morgendlichen Voodoozeremonie Besitz von dem Priester genommen. Die Ekstase des Voodoun (Priester), während der der Geist ihn unentwegt zum Umhergehen, Tanzen, Kämpfen und Beten gezwungen hatte, dauerte vier Tage und Nächte und fast wäre der Mann an dieser Besessenheit gestorben. Doch waren in diesen Stunden alle Phasen wirtschaftlicher und politischer Krisen Benins quasi als Vorschau an ihm vorübergezogen und wenn man seinen Visionen glauben kann, dann wird Benin nicht mehr lange vom Export des Palmöls leben können und es wird zudem bald in gefährliche kriegerische Aktivitäten verwickelt sein. (Anm.: Aktuell ist der Stand zu den beiden angesprochenen Themen der, daß, wenn es nach den Bestrebungen aller internationaler Naturschutzorganisationen geht, der Handel mit Palmöl bald gebannt sein wird, um massiven Bodenerosionen infolge von Monokulturwirtschaft, auch in Benin, entgegenzuwirken. Zudem hat Nigeria starke innenpolitische Probleme ebenso wie Togo und in beide mögliche Bürgerkriegsszenarien könnte Benin hineingezogen werden.) Schließlich hatte Voodoo nach dieser schicksalsträchtigen Begegnung sein Medium verlassen und seither fleht der Priester bei Voodoo durch alle Geister, Fetische und Bos (Schutzamulette, auch Gris-Gris genannt) um das Wohl seiner Landsleute. Diese glauben an die Kraft ihres Gottes Voodoo und an die Macht Mami Watas, der Zagbetos, Legbas, Djaglis und anderer "Kontaktgeister" und "Nachrichtenüberträger", denn schließlich leben sie im Schutz dieser animistischen Kultur schon länger, als andere Religionen existieren.

Das Fon-Wort Voodoo, "das, was man nicht ergründen kann" steht auch für "Kraft, die wirkt". Und Voodoo entstammt diesem Land, aus der Stadt Ouidah, wie man sagt. Obwohl dieses kleine Städtchen so aussieht wie alle kleinen Städtchen Benins, mit der einzigen Durchgangsstraße des Landes in Richtung Norden oder Süden für die Lastwagen, mit staubigen Gassen und Marktständen an ihren Peripherien scheint die Atmophäre angefüllt zu sein mit irgend etwas, das vielleicht mit "unsichtbarer Masse" zu umschreiben ist, und man beginnt, nach Geistern Ausschau zu halten. Fetische, von Palmöl triefend, mit Palmschnaps übergossen und von Tierblut getränkt reihen sich an Hauswänden entlang, sind unter Bäumen platziert, sowie als oft lebensgroße Legba-Figuren mit überdimensionalen Penissen am Ortsein- und ausgang.

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Magische Zeichen aus Hühnerfedern, Kaurimuscheln und Tierknochen markieren Wege und Hauseingänge und beinah alle Einwohner Ouidahs tragen Bos als Amulette, schwarze Fingerringe, Armbänder oder Körpernarben.

Mit dem Handel von Sklaven verbreitete sich der Glaube an Voodoo von hier aus nach Haiti, Brasilien, Kuba und Louisiana, wo dieser animistischen Religion in manchen Gebieten noch heute genauso intensiv gefrönt wird wie in Benin. Voodoo gehört zum beninischen Alltag, im Norden nimmt die Zahl der über das Land verstreuten Fetische sogar noch zu. Kein Kassava- oder Zuckerrohrfeld und keine Palmplantage zwischen Porto Novo und Savé, keine Kaffee- oder Kakaoplantage zwischen Parakou und Tanguiéta die nicht von Bos und Fetischen bewacht werden, keine Ansiedlung ohne die Symbole der Schutzgeister und kein Fischerdorf – oder boot im Lac Nokoué, bei dem nicht mindestens ein Geist aus dem Pantheon Voodoos Wache hält.

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