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Dieser Gott braucht ein menschliches Medium, um aktiv sein zu können, also weiß man, daß es Voodoo erst gibt, seit Menschen die Erde bevölkern und gleich ihnen wird er verschwinden, sollte die Menschheit den Supergau schaffen. Voodoo ist, so sagt man als Gläubiger, überall, aber in Benin ist die Naturreligion zuhause. Von dort verbreitete sie sich schon früh über ganz Westafrika und mit dem Sklavenhandel nach Haiti, Kuba, Brasilien und Louisiana. Sklavenhändler, Kolonialisten, Missionare, Staatsmänner und Imane schwangen Peitschen, Bibeln und den Koran, um die Voodoo-Gläubigen zu zwingen, dem Animismus abzuschwören. Was alles nichts nutzte, wenngleich viele der Fon, Yoruba, Bariba und Fulani, der Ewé und Kabyé sich zum Christentum oder zum Islam "bekehren" ließen - neben der Anhängerschaft zu Voodoo.

Diese Varianten kümmern Voodoo und sein Pantheon nicht, sie verlangen von den Menschen völlige Hingabe im Geiste. Wer also zweifelt, darf sich nicht wundern, wenn Voodoo tut, als gäbe es ihn nicht, obwohl Zeremonie, Bos und Obolus unübersehbar üppig sind.

Es gibt ihn also, diesen Voodoo? Zangebezu Boitreaux ist nach zwei Tagen völlig erschöpft aus der Trance erwacht. Der Hóu ist wieder ein Dorf, das bis auf die Fetische an allen Hauswänden und magischen Zeichen aus Blut und Hühnerfedern wie eine ganz normale westafrikanische Landsiedlung aussieht.

Die Medizin des alten Mannes und Voodoo haben die Schmerzen des SIDA-Kranken gelindert, mehr kann auch dieser Gott nicht erreichen. Während die beiden anderen Patienten schon fast wieder gesund sind - und ich meine Bos gegen Hexenzauber und gewaltsamen Tod wohlverwahrt am Körper trage.

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