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Bouillon

Mit dem Namen Bouillon verbindet sich die Biografie eines Kreuzritters, der als König von Jerusalem in die Geschichte eingegangen ist. Es handelt sich um keinen Geringeren als den „Schutzherren des Heiligen Grabes“, den Herzog von Nieder-Lothringen Gottfried von Bouillon (1061-1100).

Belgien - Wallonien - Bouillon
Auf einem Felsensporn steht die gewaltige Burg eines der
bekanntesten Kreuzritter des 11. Jahrhunderts © fdp

Die heute nur noch in Teilen erhaltene Burganlage über dem Städtchen verpfändete der Herzog von Bouillon an den Fürstbischof von Liège, um dadurch seinen Kreuzzug von 1096 zu finanzieren. So wurden die Fürstbischöfe zu Herzögen von Bouillon, ehe einer ihrer Vasallen aus der Familie de la Marck sich im 15.Jh. die Burg und den Titel aneignete. Schließlich fiel das Anwesen durch Heirat an die Familie La Tour d'Auvergne. Das gegenwärtige Aussehen der Burg geht auf Vauban, den umtriebigen Festungsbaumeister Louis XIV. und die militärische Nutzung bis 1830 zurück.

Reiseführer Wallonien - Bouillon - Burganlage von Bouillon mit Städtchen
Blick auf die Burganlage und das Städtchen

Die Burganlage von Bouillon ist eines der ältesten Zeugnisse des Lehenswesens in Belgien. Der Ursprung der Festung wird, wenn auch nicht durch Dokumente gesichert, auf das 8.Jh. datiert. Trutzig und gewaltig gibt sich die Burg, die hoch über der Stadt in einer Schleife der Semois angelegt worden ist. Die Zugänge in die Kernburg waren durch einfache Zugbrücken und Fallgitter aus Holz und Eisen gesichert – aber das ist die Vergangenheit. Wer heute über die sogenannte Vaubantreppe geht, kommt an der „Holländischen Wacht“ vorbei. Beim Weitergehen eröffnet sich der Zugang zum hochgotischen „Saal Gottfried von Bouillons“ (13.Jh.), in dessen felsigem Boden unter Glas ein Holzkreuz eingelassen ist.

Belgien - Wallonien - Burganlage von Bouillon
Burganlage von Bouillon © OPT Joseph Jeanmart

Wer anschließend den Innenhof betritt, findet links in der Burgmauer je drei Schießscharten im Viertelkreis, die in zwei Etagen übereinander liegen. Wahrscheinlich geht dieses Verteidigungswerk  auf Vauban zurück. Diese Art der Verteidigung ermöglichte es, in sechs Richtungen zu schießen und dadurch eine erhebliche Erweiterung des Schussfeldes zu erreichen. Im Kern der Burg sind Mauerreste des Burgfrieds ebenso vorhanden wie die der Kapelle des hl. Johannes. Über Laufgänge der so genannten Kurtine gelangt man zum Uhrenturm, der aus dem 16.Jh. stammt. Rechts daneben steht der Tour d'Autriche (1551), dessen Name auf den Fürstbischof von Lüttich Georg von Österreich zurückzuführen ist. Vom Turm aus, der etwa 75 Meter oberhalb der Semois in den Himmel ragt, kann man die gewaltigen Ausmaße der 340 Meter langen Burganlage überblicken. Im Keller des Österreichischen Turms befinden sich Nischen, in die sich die Soldaten zurückzogen, um die Musketen nachzuladen. Wer in der Burg durch Gewölbe und Gänge treppauf und treppab läuft, wird auch die mit einer Streckbank eingerichtete Folterkammer und das Gefängnis entdecken.

Weitere Informationen

Syndicat d'Initiative et de Tourisme
Château fort
6830 Bouillon
Tel.+32 (0)61/46 62 57
http://www.bouillon-initiative.be

Maison du Tourisme du Pays de Bouillon
Quai des Saulx,
6830 Bouillon
Tel. +32 (0)61 46 52 11
http://www.bouillon-tourisme.be

Château Fort
Esplanade Godefroid 1
6830 Bouillon.
Tel. +32(0)61.46.62.57



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