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Roger Raveelmuseum

Als das Museum geplant wurde, stand dem Architekten Stéphane Beel ein Budget von 80 Millionen Belgische Franken zur Verfügung, ohne darin jedoch den Umbau der Pastorei einzuschließen. Gedacht war an einen Museumsbau, der auf knapp 1000 Quadratmetern das Werk Roger Raveels zeigen sollte. Über diesen Museumsbau titelte das Fachblatt für Kunst und Literatur »De Witte Raaf« im September/Oktober 1996 »Ein Schrein für ein Dorf«.

Mit Kritik an der Entscheidung, ein monographisches Museum zu errichten, wurde in Zeiten knapper Mittel, auch und gerade für den Ankauf von Gegenwartskunst und deren Einbindung in nationale und internationale Entwicklungen, nicht gespart. Wie, so war die Frage, kann ein kleines Museum überleben, wenn durch immer spektakulärere Retrospektiven großer Museen die Besucher dorthin gelockt werden? Wird ein solches Museum dann nicht doch nur ein Schrein des Künstlers sein? Doch diese Fragen werden sich in Zeiten eines wachsenden Kulturtourismus, der in Belgien mit Werkschauen zu Delvaux, Magritte, van Dyck und Ensor für unerwartete Besucherzahlen gesorgt hatte, nur im Wettbewerb mit anderen Standorten oder mit geplanten Einbindungen in einen »Kunstweg durch Flandern« lösen lassen.

Das abstrakt-konstruktivistische wie auch das figurative Werk Raveels aufzunehmen, war die Herausforderung für den Museumsbau, der sich als lichter Raum und in ausgewogenen Proportionen in ein banales flämisches Dorf einfügen sollte. Sicherlich ein Vorbild auch heutiger Museumsbaumeister ist bei Gestaltung eines derartigen Museums für den ländlichen Raum das von Henry van de Velde entworfene Kröller-Müller-Museum inmitten einer Vennlandschaft bei Otterlo. Beel unterstreicht bei seinem Entwurf die Spannung zwischen dem konstruierten geometrischen Raum des Museums und dem Dorf mit den vorhandenen Industriemühlen. Doch das Dorf ist eben auch ein vergessener Flecken mit Straßen ins Nirgendwo, ein Dorf, über das die industrielle Revolution hinweggefegt ist und dessen Platz kein richtiger Dorfplatz ist. Ihm fehlt der falsche Charme des Künstlerdorfes St. Martens-Latem in der Nähe, und doch entstand hier durch eine Verbindung von Pastorei - für die Frühwerke Raveels - mit dem Neubau ein Promenade durch das Leben und Werk des Künstlers - hohe Räume mit Tageslicht, langgestreckte mit Kunstlicht und wieder eine von Tageslicht überflutete Raum mit Blick auf den Garten, der von Betonmauern - auch zugleich ein Motiv aus Raveels Arbeiten - umschlossen wird.

Roger Raveelmuseum
Gildestraat 2-8
Machelen-Zulte
Tel.: 0032/9/381 60 00
Öffnungszeiten: Mi-So 11-17 Uhr
http://www.rogerraveelmuseum.be

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