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Radeln in der Provinz
Belgisch-Limburg (Flandern)

Text und Fotos: Ferdinand Dupuis-Panther

Grün ist die Gegend, ein wenig hügelig und von der Maas durchströmt. Ausgedehnt sind Wald- und Heideflächen, schmuck und geschichtsträchtig die Städte Hasselt, St.-Truiden und Tongeren, hervorragend das Wegenetz mit seinen Knotenpunkten - eine ideale Mischung für einen ausgiebigen Radurlaub. Und wer mit seinem Drahtesel unterwegs ist, wird merken, dass Radeln in Flandern Volkssport ist und vor allem am Wochenende zahlreiche Gruppen von Radlern auf flotten Rennmaschinen unterwegs sind. Also, kommen Sie mir ins Rad(sport)paradies ...

Belgien : Mekka des Radrennsports

Gibt es irgendein Land, in dem einem Radrennfahrer zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt wurde? Nein, aber in Belgien ist das der Fall: Seit 2003 trägt eine U-Bahnstation in der belgischen Hauptstadt Brüssel den Namen Eddy Merckx tragen, der während seiner sportlichen Karriere als Profi 445 Siege einfuhr - dies ist bis heute von keinem anderen Radrennfahrer erreicht worden. Merckx gewann Mailand-San Remo, einer der renommierten Frühjahrsklassiker, nicht weniger als siebenmal: 1966, 1967, 1969, 1971, 1972, 1975 und 1976. Er wurde dreimal Weltmeister (1967, 1971 und 1974) und siegte fünfmal bei der Tour de France. "Eddy ist ein Symbol für unser Land und für Brüssel im besonderen. Mit der Namensgebung soll einem großen Sportler die Ehre erwiesen werden", so äußerte sich bei der Bekanntmachung dieser Namensentscheidung für eine U-Bahn-Station Jos Chabert, der Brüsseler Minister für Verkehr, in einem Interview mit der Tageszeitung "Standaard".

Denkmal für eine Radsportikone

Merckx, seit 1996 Träger des Leopoldordens und Baron, ließ angesichts dieser Ehrung, die ihm eigentlich gar nicht so recht war, seinerseits verlauten: ,,Ich hoffe, dass ich noch lange lebe, denn normalerweise werden Straßen und Plätze ja nach verstorbenen Personen benannt. Ich werde wohl einige meiner Trophäen für die Ausgestaltung der Metrostation stiften. Warum nicht mein Fahrrad, mit dem ich am 25. Oktober 1972 in Mexiko den Stundeweltrekord erzielte?'' Doch auch nach dem Rücktritt von Merckx vom aktiven Radrennsport verwaiste die belgische Radsportszene nicht: In ihr fanden sich seither klangvolle Namen wie Peter Van Petergem, Nico Eeckhout, Wilfried Peeters, Jo Planckaert und Ex-Weltmeister Johan Museeuw, auch der "König von Gistel" und der "Löwe von Flandern" genannt.

Flandern - Paradies der Frühjahrsklassiker

In jedem Frühjahr, durchaus noch bei kühler Witterung, sind sie wieder unterwegs: Pfeilschnell und mit einem Stundenmittel nur knapp unter 40 km/h jagen sie über Kopfsteinpflaster und Asphalt, erklimmen Höhe um Höhe, steigen bei Anstiegen von maximal 20% aus dem Sattel, um mit aller Kraft in die Pedale zu treten. Ein Leckerbissen des Radrennsport nach dem anderen steht im März und April auf dem Programm: Quer durch Flandern, Der Pfeil von Brabant, der Grand Prix E3 in Harelbeke und - sicherlich als Höhepunkt - die Runde von Flandern mit dem gefürchtetem Kopfsteinpflaster und den Anstiegen auf den Koppenberg und an der Mauer von Geraadsbergen. Und nach zehnjähriger Pause fand im Mai 2002 die "Runde von Belgien" auch wieder statt. Austragungsort war Oostende, das Fahrer aus den beiden belgischen Top-Teams Domo-Farm Frites und Lotto begrüßen durfte. Weiter am Start waren die fünf der 20 besten Mannschaften der UCI-Rangliste.

Die Runde von Flandern

Die "wahren Helden" sind die, die sich vor den 16 Anstiegen während der 284 km langen "Runde von Flandern" nicht fürchten. Dreimal konnte Johan Museeuw dieses Rennen für sich entscheiden, dreimal wurde er Zweiter und zweimal Dritter.

Kopfsteinpflaster fordert Mann und Material

Es ist eine wahre Herausforderung, auf diesem Kurs der Flandernrundfahrt von Brügge gen Meerbeke (Ninove) - südwestlich von Brüssel - unterwegs zu sein, was zunehmend jedes Jahr auch mehr und mehr Freizeitradler einen Tag vor dem Start der Profis tun. Wer ankommt, hat gewiss den inneren Schweinehund besiegt: die Profis nach etwa sieben Stunden und die anderen brauchen gewiss mehr Zeit. 22 Kilometer Kopfsteinpflaster schütteln alle Fahrer durch. Erstmals war 2002 nach einer längeren Unterbrechung auch wieder der Koppenberg bei Oudenaarde zu meistern und - wie in jedem Jahr - die "Mauer von Geraadsbergen". Doch wer es nicht gar so anstrengend mag, sieht man einmal vom hügeligen Haspengau ab, der sollte sich die östlichste Provinz Flanderns, Belgisch-Limburg, als Region für das (genussvolle) Radeln aussuchen. Dort finden in diesem Jahr auch die Radweltmeisterschaften auf der Straße statt. Austragungsorte sind Hasselt und der Circuit Zolder.



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