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Süßer die Glocken nie klingen ...

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Auch im Hof van Buyleyden (Mechelen)
hört man die Glocken klingen

Auf einem Spaziergang durch flämische Städte fällt der Blick auf den zumeist trutzig wirkenden Glockenturm. In manchen Orten – so auch in Tongeren – ist der Kirchturm der Hauptkirche zugleich Stadt- und Glockenturm. Dies ist auch beim mächtigen Turm der Mechelener St.-Rombautskathedrale der Fall. Sicher wird man aber auch beim Flanieren durch Herentals, Gent oder Brugge dann und wann eines der dortigen Glockenspiele vernehmen. Nicht jede Stadt besitzt jedoch wie Mechelen und Kortrijk gleich mehrere Glockenspiele. Schon Victor Hugo, den Schöpfer des »Glöckners von Notre-Dame« faszinierte das Glockenspiel. Bei seinem Besuch in Mechelen im August 1837 erklomm er auch den Turm der Kathedrale und beschrieb anschließend das Glockenspiel mit folgenden Worten: »Man stelle sich ein Klavier mit einer Höhe von 400 Fuß vor und die Kathedrale als Flügel.«

Als »Vater des Glockenspiels« von Mechelen gelten Vater und Sohn Denyn. Jef Denyn (1862-1941) begleitete seinen Vater, der Stadsbeiaardier war, häufig auf den Turm der St.-Rombautskathedrale, wo sich seit 1981 zwei Glockenspiele mit je 49 Glocken befinden. Durch Zuschauen und Üben konnte Jef seinen kranken Vater alsbald an Tastatur und Pedalen ablösen.

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In Mechelen werden an der Glockenspielschule
die zukünftigen Stadtglockenspieler ausgebildet

Um die schweren Klöppel über Züge zu bewegen und somit die Glocken zum Klingen zu bringen, muß man die Tasten des Manuals mit einer geschlossenen Faust anschlagen. Als Jef Denyn zu spielen begann, war die Technik des Glockenspiels schon weit fortgeschritten. Begonnen hatte alles mit dem Läuten der Kirchen- und Stadtglocken. Da sehr häufig im geschäftigen Treiben der aufblühenden flämischen Handelsstädte das Stundenläuten überhört wurde, fügte man ein zweites Glöckchen hinzu. Als  Ausdruck des Reichtums flandrischer Städte vom 13. bis 16.Jahrhundert wurden von Glockengießern dann im Laufe der Zeit Glockenspiele mit zahlreichen Glocken gefertigt. Simon Waghevens (1449-1526) war der Schöpfer der Mariaglocke (1498) im St.-Rombautsturm. Sie gehört zu den 49 Glocken  des alten Carillons, das sich auf einer Höhe von 60 Metern im Turm befindet. >Jeweils montags finden die sehr hörenswerten abendlichen Mechelener Glockenspielkonzerte statt, die 1892 vom damaligen Stadsbeiaardier Jef Denyn ins Leben gerufen wurden. Konzerte mit Jo Haazen, dem jetzigen Leiter der Glockenspielschule und Stadsbeiaardier, sind von den gespielten Werken her teilweise überaus modern. Zu hören sind nicht nur Preludien von Denyn, sondern gelegentlich auch Beatles-Songs oder »Singin' in the rain«.

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