Wild geht´s zu - in den Ardennen
© Belgien Tourismus
Ein herbstliches Plädoyer für die Jagd
Text: Ulla Schmitz
Fotos: Usch / Belgien Tourismus
Lange bevor anderswo in Europa der Herbst sein goldenes Image der Tristesse dunkler und kalter Tage opfern muss, ist es in den belgischen Ardennen schon Winter geworden. Wie seit uralten Tagen ist das die Zeit, die Vorräte für eine lange Periode der Abhängigkeit von Wetter und Sturm zu bestellen. Dann wird gejagt in der Gegend um Saint Hubert – und vorher wird Gott um ein glückliches Waidmannsheil gebeten.
Der Winter steht kurz bevor in den Wäldern der Ardennen
© Belgien Tourismus
Der erste Schneefall hat die bunten Blätterteppiche in den Wäldern der Ardennen fein bestäubt, unter den Tritten knirschen Laub und erfrorene Pfützen wie zartes Glas. Wie zum Trotz recken die Laubbäume ihr kahles Geäst über der Szenerie, bilden eine Kulisse für die dunkle Phalanx der Nadelwälder – das hügelige Land zwischen Durbuy und Neufchateau, zwischen La Roche en Ardenne und Namur ist geprägt von Gegensätzen, selbst dann, wenn eisiger Wind und undurchdringliche Gräue der Welt entlang der Ufer von Maas, Ourthe, Lesse und Semois ein kontrastarmes, ja nüchternes Flair verleihen.
Herbstliche Behaglichkeit
Dieser Eindruck aber lässt sich allenfalls durch die äußeren Umstände transportieren, denn im Herzen der Ardennen, in den schiefergedeckten Häusern, da, wo die Menschen zu Hause sind und leben, beginnt jetzt die Zeit der Gemütlichkeit. Vor den Kaminfeuern und in den warmen Küchen, wo ein guter französischer Rotwein zum Tagesabschluss kredenzt wird oder ein hochprozentiges belgisches Winterspezialbier. Wie immer jedoch das Ambiente und die Zutaten sind, ein gutes, reichhaltiges und ausgedehntes Essen ist der Kern eines jeden Beisammenseins.

Die letzten Sonnenstrahlen © Belgien Tourismus
Schließlich ist man in der Wallonie, dem westeuropäischen Zentrum von Wohlgefühl, Lebenslust und ausgesuchter Gourmetgenüsse – wie die Wallonen gerne verlautbaren, mit einem rechtfertigenden Blick über die nahe französische Grenze. Doch ist an der kühnen Behauptung etwas dran, wenn es um Behaglichkeit und die Lust am sinnlichen Leben geht. Und dass der Grundstock dazu die kulinarischen Genüsse sind – wer will das bestreiten? Also: Wer will den Wallonen ihre Raffinesse bei der Zubereitung von Wohlgeschmäcken nehmen? Zumal wir von ihren geradezu legendären Wildgerichte reden!
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