Liebfrauenkathedrale
Das
auffälligste und ein aufgrund ihres 123 Meter aufragenden Turms weithin
sichtbares Monument der Stadt ist die Onze-Lieve-Vrouw-Kathedraal. Die
aus Brabanter Sandstein erbaute Kirche ist die größte gotische Kirche
Belgiens. Baumeister wie Pieter Appelmans, Domien de Waghemakere und
der auch in Mechelen tätige Rombout Keldermans waren neben einem Heer
von Steinmetzen, Zimmerleuten und Lastenträger zwischen 1352 und 1535
maßgeblich am Bau dieser siebenschiffigen Kirche beteiligt. Allerdings
mußte der Bau wegen Unruhen zwischen 1356 und 1378 unterbrochen werden.
Anschließend wurden die Altäre errichtet und die Buntglasfenster eingesetzt.
1422 wurde mit dem Bau des 123 Meter hohen Turmes begonnen. Obgleich
man noch einen weiteren Turm geplant hatte, mußte man 1475 den Plan
wegen Geldmangels aufgeben.
Zu den wichtigsten Kunstschätzen gehören Gemälde, die der aus Siegen stammende Barockmaler Peter Paul Rubens (1577-1640) nach seiner zweiten Italienreise malte. Es sind dies die »Kreuzaufrichtung« und die »Kreuzabnahme«. Zudem befinden sich noch das Triptychon »Die Auferstehung« (1612) und die »Himmelfahrt Mariens« (1626) in dieser Kathedrale. Im Angesicht dieses herausragenden Kunstwerke darf man jedoch nicht vergessen, daß der kalvinistische Bildersturm 1566 auch vor der Kathedrale nicht halt machte und gotische Fresken weiß übertüncht wurden.

P.
P. Rubens: Die Kreuzabnahme
© Liebfrauenkathedrale, Antwerpen
Auch die sonstige Einrichtung wurde bis 1581 schwer beschädigt oder gar zerstört, so daß die Barockisierung des Kircheninneren eine Folge dieser unruhigen Zeiten religiöser und politischer Auseinandersetzungen war. Nach der französischen Besetzung - nach 1794 - wurden im Zuge der Säkularisierung des Kirchenbesitzes und der einhergehenden Enteignung einige Altäre der Kathedrale zerstört. Nur der träge Amtsschimmel verhinderte der Abbruch der Kirche und den Verkauf des Abbruchmaterials zu Bauzwecken, wie dies bei anderem Kirchenbesitz geschah.
Liebfrauenkathedrale
Handschoenmarkt
2000 Antwerpen
Tel.: 0032/3/231 30 33
Öffnungszeiten Mo-Fr 10-17, Sa 10-15, So 13-16 h, nicht bei Messen
Verbindung: Tram 2, 4, 8