Diese Warmherzigkeit ist schon seit mehr als 400 Jahren Legende. Als nämlich 1597 die ersten Europäer, Holländer, unter der Führung von Cornelius Houtman zum ersten Mal Bali betraten, hinterließ gerade dieses Attribut der Insulaner bei den späteren Kolonialherren Indonesiens den größten Eindruck. Von "extrem offenen Menschen" berichtet das Tagebuch Houtmans und von einer "Kultur, die unvergleichbar ist mit denen der anderen Inseln". Der Seefahrer erzählte auch von den Landschaften Balis, von zweitausend Meter hohen Bergketten und tiefen, glasklaren Seen in den Einschnitten der Täler. Bis weit über den Horizont dehnen sich Urwälder aus riesigen Teak -und Gummibäumen und Hochplataeus ziehen sich mit sattgrünen Weiden und Reisfeldern, durchzogen von Flüssen bis an die Peripherien der Strände im Osten der Insel herab.

Hier gibt es keine Hotels, allenfalls ein paar Gästehäuser im Schatten der Wälder versteckt und keine Liegestühle stehen in dichten Reihen, keine Sonnenschirme und Kioske weisen darauf hin, daß in Kürze Tausende von sonnenhungrigen Touristen die Schönheit der Landschaft in Besitz nehmen werden. Stattdessen blitzen aus dem Saum von Palmen das Gold, tiefdunkles Rot und Grün eines kleinen Tempels hervor und am Ufer, dort wo Fischer ihren Fang zum Trocknen auf wackligen Holzgestellen ausgebreitet haben, klingeln kleine Glöckchen eines Opferschreines im Wind. Wie weit ist hier doch das laute Treiben an den Stränden entfernt? Wie weit die Launen der Natur, wie weit ihre verheerenden Tribute?

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