Was so unwirklich idyllisch wirkt, wie in einem Reiseprospekt beschrieben, ist im Hinterland der stark frequentierten Strände Balis Alltag.

Kein Tag beginnt oder endet ohne die Huldigung der Götter und Geister und ohne die Beschwichtigung der Dämonen. Dazu werden frische Früchte vor den Schreinen und Tempeln zu Pyramiden gestapelt. Schalen mit Gewürzen gehören zu den Opfergaben, Wasser, Zigaretten und ein Gläschen Palmschnaps. Blumen und glimmende Räucherstäbchen verströmen durchdringende Düfte.
Entgegen der religiösen Tradition auf der Nachbarinsel Java, wo die meisten Bewohner dem Islam anhängen, sind die Balinesen tiefreligiöse Hinduisten. Was nicht heißt, daß nicht auch die Lehren Buddhas anerkannt sind und im Glauben zudem nicht auch noch Platz ist für eine Vielzahl von Geistern aus der Unterwelt.
Und da man vor den Launen all dieser Gottheiten und Dämonen nie sicher sein kann, gilt der tägliche Tributzoll aus innigen Gebeten und Opfergaben allen gleichermaßen und die daraus entstandenen Rituale regeln den Alltag der Balinesen von Geburt an bis zum Tod. Die Religion diktiert Fastentage und Feste, regelt das zwischenmenschliche Miteinander und lehrt Sozialverantwortung. Sie ist Rückzugsort und Refugium und sie läßt keinen Raum für schädliche Einflüsse. Religonstradition als Schutz - vielleicht rührt aus dieser Sicherheit die unverkennbare Zufriedenheit der Balinesen, die sich auch Fremden gegenüber durch ungewöhnlich offene Freundlichkeit zeigt.
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