
Tsunami, Seebeben – Indonesien macht Schlagzeilen durch Negativ-Ereignisse. Doch ist dieses Inselreiches, das aus 17 508 Inseln besteht und sich über einen riesigen Archipel erstreckt, so groß, dass man Monate benötigen würde, um ihn ganz zu bereisen – was bedeutet, dass es zahllose Landschaften und Szenerien jenseits der Katastrophenregionen gibt. Regionen, die in ihrer ursprünglichen Schönheit schon seit Jahrtausenden bestehen und die im Spiegel ihrer exotischen Kultur einmalig sind.
Eine dieser faszinierenden Destinationen ist die Insel Bali, auch Insel der Götter genannt. Mit seinen Traumstränden ist Bali ein gefragtes Ziel für sonnenhungrige Touristen, doch fernab der bekannten Touristenzentren Den Passar, Kuta, Sanur und Nusa Dua zeigt das indonesische Eiland ein Gesicht, das nur wenigen Reisenden bekannt ist.
Auch hier glitzert Bali, glänzt und leuchten reich mit geschmückten Altären, herausgeputzten Statuen, Tempeln und Opferschreinen vor jedem Gebäude, jedem Laden, Kiosk oder Marktstand. Da schlängeln sich meterlange stilisierte Schlangen mit grimassenschneidenden Köpfen an Treppenaufgängen zu einem Tempel entlang. Auf dem Vorplatz des Gebetshauses bekämpft sich eine Gruppe furchteinflößender Statuen, doch im Inneren der Halle blicken die Götter Shiva oder Baruna mit freundlicher Mimik auf den Besucher. Alle Götterskulpturen tragen farbige und schwarz-weiß karierte Umhänge, kunstvoll drapiert, und die Dämonen sind mit Bändern und Schleifen geschmückt.

In die Stille des frühen Morgens, die den Wind herbeiträgt und den vielstimmigen Gesang von Vögeln, kommen Frauen des Weges mit Schalen, die bis zum Überquellen voller Opfergaben gefüllt sind. Sie schreiten mit ihrer Last auf den Köpfen in kleinen zierlichen Schritten, denn ihre traditionellen engen und langen Röcke lassen kein weit ausgreifendes Gehen zu. Einige von ihnen summen ein Lied oder sie murmeln Gebete im Takt ihres Ganges. Sie sind auf dem Weg zur nächsten Opferstätte, zum nächsten Tempel, wie jeden Tag.
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