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Bahamas im Überblick

Über 800 Kilometer erstrecken sich im Atlantischen Ozean zwischen Florida und Hispaniola die Inseln der Bahamas, ein beliebtes Urlaubsziel vor allem von US-Amerikanern. Mittelpunkte des Tourismus sind die Insel New Providence mit der Hauptstadt Nassau und Ferienzentren wie Paradise Island und Cable Beach sowie Grand Bahama mit dem seit den 1950er Jahren aufgebauten Ferienzentrum Freeport/Lucaya.

Entsprechend betriebsam sind diese Inseln, gelten die Bahamas doch als „Mallorca der US-Amerikaner“. Touristisch in jüngerer Zeit u.a. dank EU-Geldern erschlossen, noch kein Urlaubszentrum und sehr idyllisch sind die Out Islands, wo 13 Inseln Gäste erwarten.

    Bahamas

Foto: © Bahamas Tourist Office

Fälschlicherweise werden die Bahamas – baja mar bedeutet im Spanischen flaches Wasser -, oft der Karibik zugeordnet. In jedem Fall bieten auch sie schöne weiße und zartrosane Strände, türkisfarbenes Wasser und subtropisches Klima, exotische Küche, zu der vor allem Meeresfrüchte wie Conch (Muschelfleisch), Lobster (Hummer) oder Nassau Grouper (Zackenbarsch) gehören, farbenprächtige Feste wie den afro-bahamesischen Junkangoo genannten Karneval, landesspezifische Musik, so Goombay, rake ‘n scrape, Socca und Gospel, lokale Kunst und die zahlreich angebotenen Souvenirs aus Stroh.

Die meisten Besucher-Attraktionen der Inselwelt sind der Landschaft, Flora und Fauna zu verdanken. 109 verschiedene Vogel- und über 120 Pflanzenarten findet man auf den Bahamas. Der Lucayan National Park auf Grand Bahama besitzt das längste vermessene Unterwasser-Höhlensystem der Welt, er besteht aus Pinienwäldern, Mangrovensümpfen und Sanddünen. Die Insel Great Inagua mit dem Inagua National Park gilt dank 60 000 Flamingos im Windsor Lake, einem Binnensee, der auch als Lake Rosa bezeichnet wird, als eine der größten Brutstätten dieser Vogelart in der westlichen Hemisphäre. Das Barrier Reef vor der Insel Andros ist das zweitgrößte der Welt, seine „Blue Holes“, die Eingänge zum Höhlensystem, werden gerne von Tauchern erforscht. Den 1959 eingerichteten Exuma Cays National Land & Sea Park, den ersten Nationalpark des Landes, bilden 15 größere und zahllose kleinere Kliffs. Das 45 000 Hektar große Land- und See-Areal ist nur auf dem Wasserweg zu erreichen. Dort sind bis zu 1.80 m lange Echsen, Felsleguane („Bahamas-Drachen“) und riesige Landkrabben zuhause. Der Bahamas National Trust betreut insgesamt zwölf Nationalparks.

Markt vor der Moschee von Djenné

Blick auf einen Teil des Exuma Land & Sea Parks
Foto: © Bahamas Tourist Office

Von Abaco aus kann man Bootstouren unternehmen und dabei Wale antreffen. Die Fütterung von Haien erlebt man auf Grand Bahama, man kann mit Delfinen schwimmen und tauchen, so auf Blue Lagoon Island vor Nassau und in der Tauchbasis Underwater Explorers Society (UNEXSO) mit der Dolphin Experience von Grand Bahama. Auf letzterer Insel wird auch der Parrot Jungle’s Garden of the Groves gern besucht, in dem nicht nur vom Aussterben bedrohte Papageien, sondern auch Alligatoren und Kakadus zu sehen sind. Durch das Rand Nature Center auf Grand Bahama mit seinen seltenen Vögeln gibt es Führungen. Zum Atlantis Resort auf Paradise Island gehört das größte tropische Freiluftaquarium der Welt mit insgesamt über 40 000 Meerestieren. Berühmt für die „Flamingo-Paraden“ sind die Ardastra Gardens bei Nassau samt Zoo und Conservation Center. Von Nassau aus gibt es regelmäßig Touren mit Glasboden-Booten.

Moschee in Timbuktu

Rifftauchen auf den Bahamas
Foto © Bahamas Tourist Office

Aufgrund der natürlichen Gegebenheiten ist die Liste der offerierten Freizeit-Aktivitäten sehr umfangreich: Es gibt 23 Tauchbasen, man kann Tauchen oder Schnorcheln, die klaren Gewässer bieten oft 50 bis 60 m Sicht. Vermietet werden Wasserski, Jet-Ski, Parasailing-Ausrüstung und Wasserfahrräder. Mit dem Kajak kann man im Atlantischen Ozean oder durch die Mangroven-Sümpfe des Lucaya National Park fahren. Die Bahamas verfügen über acht Golfplätze, zahlreiche Tennisanlagen, Reitställe und Verleihe für Fahrräder und Mountainbikes. Die Flachwassergebiete sind ideal zum Sportfischen und die See vor Abaco gilt als Segelparadies.

Vor allem New Providence und Grand Bahama, wo auch die großen Kreuzfahrtschiffe vor Anker gehen, verfügen über die entsprechende touristische Infrastruktur, nachdem die Bahamas vor Floridas „Haustür“ seit dem US-Boykott von Kuba die Lieblings-Sonneninsel der US-Amerikaner geworden sind. Es gibt teils riesige „Hotelburgen“ von US-amerikanischen Ketten, Spielcasinos, Nachtclubs, Discos, Pubs, zahlreiche Restaurants und Gelegenheit zum z.T. zollfreien Einkauf. Bereits im 19.Jahrhundert hatte ein US-Millionär in den Tourismus in Nassau investiert, ab 1929 landeten die Pan American Airways regelmäßig in der Stadt.

Historisch sehenswerte Kolonialbauten, oft mit pastellfarbenen Anstrichen, alte Forts wie Fincastle, von wo man einen schönen Ausblick hat, und die bedeutendsten Museen der Bahamas findet man in der Hauptstadt Nassau. Die Junkanoo Expo ist dem Karneval gewidmet, das Pompey Museum of Slavery and Emancipation schildert die Geschichte der aus Afrika stammenden Bahamen. Der achteckige Bau der Nassau Public Library and Museum entstand 1797 und war ehemals ein Gefängnis. Sehenswert ist auch das Bahamas Historical Society Museum zur Geschichte des Inselstaates. Jüngste Attraktion bedeuten „Pirates of Nassau“, eine Art interaktives Madame Tussaud’s für Freibeuter-Geschichten. Dorthin werden die Kreuzfahrer geleitet, zum Unternehmen gehören weiter der „Pirate Pub“, „Pirate Gift Shop“ und die „City & Pirates Tour“. Kulturelle Veranstaltungen wie Auftritte der National Dance Company oder des National Youth Choir bietet das Dundas Centre for Performing Arts. Eine weitere Reminiszenz an die Kolonialgeschichte ist die Zeremonie des Changing of the Guards, der Wachwechsel vor dem Government House, begleitet von der Police Force Band.

Eine Gelegenheit, Einheimische kennen zu lernen, ist das „People to People“-Programm des Bahamas Tourist Office, das man keinesfalls versäumen sollte. Mehr als 1000 Bahamesen in Nassau, Paradise Island, Grand Bahama und auf einigen der Out Islands sind bereit, für einen Tag oder Abend Gastgeber der Urlauber zu sein. Ein Anmeldeformular gibt es beim Bahamas Tourist Office in Frankfurt/M., es sollte einen Monat vor Reisebeginn zurückgeschickt werden. Bei der Ankunft im Hotel erhält man dann die Information, wann das Treffen stattfindet. Der Besuch ist kostenlos, mitbringen sollte man aus dem Heimatland ein kleines Gastgeschenk und Familienphotos. Grundkenntnisse des Englischen sind für die Begegnung erforderlich.

Außerdem bittet die Generalgouverneurin Dame Ivy Dumont von Januar bis August jeweils am letzten Freitag im Monat zwischen 16 und 17 Uhr zur „People-to-People-Party“ ins Government House von Nassau. Einheimische Künstler zeigen ihre Werke, gereicht werden kulinarische Spezialitäten des Landes (Anmeldung über das Bahamas Tourist Office in Nassau).

Für die Attraktivität des Urlaubszieles spricht, dass es die Kulisse für über 60 Spielfilme abgab. „James Bond“ war dreimal vor Ort („Feuerball“ 1965, „Man lebt nur zweimal“ 1967, „Sag niemals nie“ 1983), die Beatles standen für „Help“ (1965) vor der Kamera, „Der alte Mann und das Meer“ (1958) nach Hemingway spielte ebenso auf den Bahamas wie „20 000 Meilen unter dem Meer“ (1954) nach Jules Verne. „Haie an Bord“ (1971) brachte Freddy Quinn nach Nassau und gelegentlich stand die Inselgruppe sogar für fernöstliche Paradiese ein: „Honeymoon in Bali“ war 1939 ein Hollywood-Streifen betitelt, der allerdings an den Stränden der Bahamas entstand.

Werner Skrentny



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