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Die Marina von Horta ist noch aus einem anderen Grund ein Publikumsmagnet. Bei Skippern herrscht das ungeschriebene Gesetz, vor dem Auslaufen ein Gemälde oder wenigstens einen Namen an den Kaimauern zu hinterlassen. "Das stimmt Rasmus, den Gott des Windes, gewogen," wissen Karl und Franz aus Deutschland, die ihre "Out of the Blue" in Kobaltblau auf eine der Steinplatten pinseln. Seemannsgarn - aber ganz sicher ist sich da keiner. Der Brauch hat die Mole in eine riesige Open-Air-Galerie verwandelt.

Azoren / Faial - Horta
Die Kaimauer der Marina von Horta

Im Nordwesten Faials stößt man auf eine ganz andere Naturgewalt. Nie werden die Faialenses vergessen, was sich am 27. September 1957 an der Ponta de Capelinhos ereignete. "Die Erde bebte und zitterte wochenlang wie ein Mehlsieb", erinnert sich Senhor José Cunha, der damals 33jährige Walspäher, der in seinem Wachturm die ersten Anzeichen beobachtet hatte. "Als der Vulkan ausbrach, schossen Aschefontänen von ungefähr 4000 m Höhe aus dem Meer", berichtet er immer noch sichtlich erschrocken und fasziniert zugleich von dem Schauspiel und verweist Zweifler auf die Fotodokumentation im Museu de Capelinhos. Halb Faial machte sich damals auf, um den Tanz des Vulkans zu sehen. Der Vulkan schleuderte das Magma so hoch, dass es unterwegs erkaltete und steinhart zur Erde fiel. Ein gewalttätiger, urknallartiger Kraftakt der Erde. "Dass von diesen Bomben niemand erschlagen wurde, ist ein Wunder." Der Vulkan spuckte ein Jahr lang. Dann erlosch er. Zurück blieb schwarze Verwüstung. Dem Leuchtturm von Capelinhos steht die Asche noch immer bis zum Hals. Nur sechs Meter von ihm ragen heraus. Wie ein Mahnmal steht das Gerippe des einst 37 Meter hohen Turms mit zwei Stockwerken auf dem kargen Boden.

Azoren / Küste

Überall auf den Azoren kommt man mit den Naturgewalten in Berührung. Töchter des Windes, Bräute des Vulkans - die Inseln verdanken ihre Existenz vulkanischer Gewalt, ihre Entdeckung dem Wind. Er war es, der Anfang des 15. Jahrhunderts portugiesische Karavellen von ihren Routen abbrachte und 1427 zufällig zur östlichsten Insel Santa Maria trieb. Bei den Folgeexpeditionen sichteten die Portugiesen bis 1452 auch die anderen acht - São Miguel, Terceira, Graciosa, Faial, Pico, Flores und Corvo. Als "Berge aus Feuer, Wind und Einsamkeit" beschrieben die Neuankömmlinge sie.

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