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Pico, die zweitgrößte Insel der Azoren ist unendlich rauer als das liebliche São Miguel oder das kulturelle Terceira. Statt Städte gibt es auf Pico Vulkane. Gezählte 107 hat die archaische Insel vorzuweisen, der höchste Gipfel, mit 2351 m der höchste Berg Portugals, trägt selbst im Sommer Schnee. Die Dörfer sind von einer unheimlichen Schlichtheit, der Universalbaustoff für Häuser, Ställe, Speicher und Zäune sind anthrazitfarbige Lavasteine. Die Umgebung drückt auch den Menschen ihren Stempel auf, die Einwohner sind Gesellen von hartem Schrot. Einige erinnern sich noch an ihre eigene Vergangenheit als Walfänger: mit zwölf Meter langen Ruderbooten stellten die Azoreaner über Jahrhunderte den Meeressäugern nach. Nicht wenige ließen dabei ihr Leben. Die Pottwale ziehen nach wie vor von Juni bis September vorbei und bringen heute Geld durch Whale Watching. Nur die stillgelegten Fabriken auf Pico und ein Museum erinnern an Moby Dick´sche Zeiten.

Azoren / Pico - Walfabrik
Stillgelegte Walfabrik auf Pico

Mit der Blüte des Walfanges im 19. Jahrhundert begann die starke Bindung der Azoreaner nach Übersee. Viele Auswandererkolonien wurden gegründet, die bis heute bestehen. Aufgrund der wirtschaftlich sehr begrenzten Möglichkeiten ist es immer noch gang und gebe nach USA oder Kanada zu emigrieren. Jeder Inselbewohner hat "drüben" Verwandte und Freunde. 250.000 Einwohnern auf dem Archipel stehen eine Million Azoreaner in Nordamerika gegenüber.

Azoren / Pico - Weinbauer
Weinbauer vor seinem Haus auf der Insel Pico

Doch viele können sich dem Ruf der Heimat nicht entziehen und kommen nach 20 oder 30 Jahren wieder. Da passiert es schon mal, dass sich in der kleinen Dorfbar der Besitzer im breitesten kalifornischen Akzent nach dem Befinden erkundigt oder der Weinbauer in fließendem französisch - ein Mitbringsel aus Quebec - zur Weinverkostung in sein Haus lädt.

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