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Azoren / Sao Miguel - Küste
Das Fischerdorf Mosteiros an der Küste von São Miguel,
mit landwirtschaftlicher Nutzfläche im Hinterland

Während sich die Küste São Miguels wohlgeordnet vor dem tiefblauen Atlantik präsentiert - Ananas-, Tabak-, Passionsfrüchteanbau, Teeplantagen (die einzigen in Europa), Wein, Weiden fürs schwarz-weiß gefleckte Rindvieh - hat die Natur im Landesinneren ihr Experimentierfeld. Dementsprechend herrscht vegetatives Chaos, manchmal sieht es so aus, als ob man sich in die Regenwälder Süd-Ost-Asiens verirrt hätte. Dicker Dschungel säumt den steilen kurvigen Weg zum Kraterrand von Sete Cidades.

Am Vista del Rei - der Königsblick trägt seinen Namen zurecht - bleibt dann nur noch ungläubiges Staunen: tief unten mischt sich das satte Blau des Lagoa Azul mit dem türkisgrün des Lagoa Verde zu einem berauschenden Farberlebnis. Die Sage erzählt, dass die Seen mit Tränen einer unglücklichen Liebe zwischen Prinzessin und Hirte gefüllt sind. Schon möglich, möchte man angesichts der bizarren Umgebung schroffer Kraterwände und wuchernder Pflanzen meinen. Dieser "Caldeira das Sete Cidades" ist der faszinierendste und damit bekannteste der zahllosen Kraterseen aller azoreanischen Inseln.

Azoren - Sete Cidades
"Caldeira das Sete Cidades"

Zwar sind die Azoren der Legende nach die Reste des versunkenen Atlantis, fest steht lediglich, dass sie allesamt vulkanischen Ursprungs sind. Das dunkle Lavagestein allerorten, die kegeligen Berge, die Seen und Geysire legen davon beredtes Zeugnis ab.

Neben Natur pur bieten die Azoren Kultur vom Feinsten. Vor allem auf der Insel Terceira im adretten Angra do Heroismo. Hier ist die Zeit zwar nicht stehen geblieben, doch so richtig vom Fleck ist sie auch nicht gekommen: Die Renaissance ist noch immer äußerst gegenwärtig. Typisch für diese Epoche ist der geometrische Grundriss der City. Die geraden Straßen und Gassen sind gesäumt von weißen Häusern mit dunklen Fensterumrandungen aus Lavagestein und alten Steinbalkonen. Kirchen, Kathedralen und Adelspaläste aus späteren Jahrhunderten haben sich zwar eingeschlichen, neuere Fassaden findet man aber nicht: Angra ist in der UNESCO Welterbe Liste, was ihr zu den nötigen Mitteln verhalf nach einem verheerenden Erdbeben 1980 alles wieder in altem Glanze aufzubauen - seither ist alles Moderne verpönt.

Azoren / Terceira - Angra do Heroismo
Die Kathedrale des Heiligen Erlösers auf der Insel
Terceira in Angra do Heroismo

Angra ist stolz auf sein reiches Erbe und so etwas wie die kulturelle Hauptstadt der Azoren. Nicht nur die Hochkultur spielt eine wichtige Rolle im Leben von Angra, auch die folkloristische. Wie überall auf den Azoren vergeht in Angra do Heroismo keine Woche ohne farbenprächtige Umzüge - egal ob der Schutzheilige oder einfach das Leben selbst gefeiert wird.

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