DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Portugal - Azoren: Gärten im Atlantik

Text und Fotos: Anita Ericson

Mancherorts ist die Natur großzügig, anderswo geradezu verschwenderisch. Auf den Azoren hat sie sich selbst übertroffen.

Dicker Schwefelgeruch hängt in der Luft. Es blubbert und brodelt. Die Erde hat Löcher wie ein Sieb und die Kraft des Erdinneren findet so zahlreiche Ventile: kleine Geysire, heiße Quellen, kochender Schlamm sind das Ergebnis. Fast möchte man im Tal von Furnas meinen in Teufels Küche geraten zu sein.

Azoren /Sao Miguel - Tal von Furnas 1
Das Tal von Furnas

Dabei ist auf São Miguel, der Hauptinsel der Azoren, gerade das Gegenteil der Fall - das Paradies lässt grüßen. Zumindest alle Naturfreaks, die Insel ist noch nicht einmal im schwefeligen Tale karg, geschweige denn sonst irgendwo: Rosa Azaleen leuchten durch die Dampfschwaden in Furnas und wuchern auch im restlichen São Miguel wie Unkraut. Abwechselnd mit blauen Hortensien und gelb blühendem, wilden Ingwer lassen sie die Insel zu jeder Jahreszeit in einem anderen Kleid erstrahlen. Keine Ballungsräume, keine Autobahnen stören die Idylle - Rhododendren, Lilien, japanische Zedern, Riesenfarne, Sequoien, Moose und Wacholdersträucher machen sich die besten Plätze gegenseitig streitig.

Azoren / Sao Miguel - Furnas 2

Das erfolgreiche Rezept der Natur für ihre Vorzeigegärten im Atlantik heißt Regen und Nebel - einen üppigen Garten ohne ausreichende Bewässerung gibt es nicht. Doch keine Angst: so schnell wie der Regen losbricht, so rasch kommt die Sonne wieder hervor. Kalt ist es sowieso niemals, im Jahresmittel schwankt die Temperatur zwischen 15 und 22 Grad Celsius. Dieses Ganzjahres-Aprilwetter verdanken die Azoren ihrer Lage: direkt am Golfstrom, mitten im atlantischen Ozean. 1460 Kilometer von Portugal entfernt, schon fast auf halbem Wege nach Amerika, trotzen die neun Inseln den Naturgewalten, denen sie ziemlich schutzlos ausgeliefert sind.


Keine Insel ist wesentlich größer als Madeira und die Eilande erstrecken sich in drei Gruppen über 600 Kilometer. Die westlichsten beiden, Corvo und Flores, liegen geographisch bereits auf der amerikanischen Platte. Immer wieder brauen sich massive Unwetter über den Weiten des Meeres zusammen und manchmal treffen sie dabei die Azoren mit voller Wucht. Die Spuren sind noch Jahre später zu sehen, wie etwa die kaputten, rostenden Schiffe im Hafen von Ponta Delgada, der Hauptstadt der autonomen Azoren.

Seite 1 / 2 / 3 / 4 / 5 (Infos) / zur Startseite



Reiseinformationen zu diesem Reiseziel

Reiseveranstalter Azoren




Twitter
RSS