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Sehenswertes in Tasmanien

Tassy: die spektakuläre südliche Insel

Bei unserer Rundreise werden erfahrene Tasmanien-Anhänger feststellen, dass so manche Stadt oder Sehenswürdigkeit hier keine Erwähnung findet. Das liegt daran, dass alte Gemäuer, herrliche Architektur und spektakuläre Fotomotive allein ein Kind nicht zu begeistern vermögen. Unsere nur sechstägige Tour orientiert sich daher am Tempo und den Vorlieben von kleineren Reisenden, die einen völlig anderen Takt und eine erstaunliche Ausdauer an manch einem für sie interessanten Ort vorlegen. Die Ostküste mit ihren puderig weißen Stränden und dem herrlichen Freycinet-Nationalpark, die berühmte Wineglass Bay4, Bicheno und seine Pinguine, das sehr britische Deloraine, all diese Perlen der Erholung haben wir leider nicht mehr ansteuern können. Sie bleiben für den garantierten nächsten Besuch, denn wer einmal Tasmanien gesehen hat, den zieht es immer wieder dort hin.

Erste Orientierung für Reiselustige: http://www.travelways.com.au. Diese Information liegt auch als Zeitschrift alle zwei Monate druckfrisch und kostenlos in den Touristenbüros oder Souvenirshops aus.

Wir starten unsere Tour am äußersten südwestlichen Punkt der Insel: Port Arthur, das für sein schreckerregendes Gefängnis zu Zeiten der britischen Kolonialisierung bekannt geworden ist. Der Ort, gegründet 1830 als Holzstation, 1833 umgewandelt in das berüchtigte Gefängnis, erzählt die grausame Geschichte des hierher deportierten „Ausschusses“ der britischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Es spricht von denen, die für die nur zu verständlichen Fluchtversuche aus der Strafkolonie Australien bestraft wurden, von den Unverbesserlichen, den Lebenshungrigen und noch nicht gebrochenen, aber zur Verdammung verurteilten Seelen. Umgeben von herrlicher Landschaft haben sich in diesen bis heute zum Teil gut erhaltenen Gemäuern grauenvolle Szenen abgespielt, Einzelhaft in absoluter Dunkelheit, Demütigungen und schwerste Arbeit bestimmten den Alltag der „hart gesottenen“ Gefangenen, die hier untergebracht wurden.

Tasmanien / Port Arthur / Ruinen

Kaum zu glauben, wie unmenschlich die Behandlung zum Teil war, wenn man heute auf frisch gemähtem Rasen die einzelnen Gebäude der Siedlung besucht, auf ein friedlich wirkendes Hafenbecken schaut und die Gegend im Sonnenschein mehr einem eingesessenen Picknickplatz als einem gruseligen Teil der australischen Geschichte gleicht. Wenngleich sich hier vor einigen Jahren, am 28. April 1996, eine weitere gespenstische Szene abspielte, als der offensichtlich geistig verwirrte Amokläufer Martin Bryant 35 Besucher kaltblütig erschoss.

Für die sehr informative geleitete Tour und die anschließende Hafenrundfahrt (Infos: http://www.portarthur.org.au) sollte man sich wirklich Zeit lassen: 2-3 Stunden kann man leicht auf dem Gelände verbringen. Dabei sind auch die eingangs gezeigten Stationen der Deportation und Gefangenschaft von Erwachsenen und Kindern aus dem britischen Königreich anschaulich und sehr persönlich erfahrbar. Wie wäre es mit einer nächtlichen Geistertour durch die Ruinen?

Tasmanien / Ausstellung
Port Arthur Ausstellung zur Deportation

Herrlich gewundene Muscheln am White Sands Beach

Selbst kleinere Mitreisende haben die Chance, sich in ihre Altersgenossen hineinzuversetzen, denn auch eine Schule und Strafvollzug für viele Kinder gehörten zum Alltag von Port Arthur. Der Ort selbst sowie das nahe gelegene White Sands verfügen über schöne Caravan-Parks. Treasure Island Caravan Parks oder The Big Four sind weit verbreitete Ketten, die in der Regel auch kostenlose Vorbuchungen zum nächsten Ort vornehmen.

Tasmanien / White Sands / Sonnenuntergang

In White Sands kann man am Strand zudem herrliche gewundene Muscheln sammeln. Wir fanden sogar ein mit Stacheln bewehrtes Fischskelett und genossen den Spielplatz sowie einen unglaublichen Sonnenuntergang.



Reiseinformationen zu diesem Reiseziel

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