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Life is a Beach

An den Stränden von Sydney lässt sich´s leben

Text und Fotos: Hilke Maunder

Auzstralien Sydney Opera Quay

„Life is a beach“, sagen die Sydneysider lässig, und surfen easy durchs Leben. In der australischen Metropole, in der Surfboards die Bretter der Welt bedeuten, prägen drei Dutzend Strände das Lebensgefühl.

Beständige Brandung, goldgelber Sand, zerklüftete Klippen, sportgestählte Körper: Die Postkarten des Zeitungskiosks am Circular Quai sind eine einzige Hommage an Bondi Beach. Sydneys berühmtester Strand gilt als Verkörperung des australischen Lebensstils. Bereits 1890 entflohen die Sydneysider mit der Straßenbahn dem Staub und der Hitze der Stadt, bestaunten im Aquarium die Unterwasserwelt und stiegen am Abend in die Fluten: Noch vor hundert Jahren war das Baden erst nach Einbruch der Dunkelheit erlaubt. In den 1930er Jahren war der Strand mit Liegestühlen übersät, drängelten sich die Besucher auf der Campbell Parade.

Australien Sydney Opera House

Sydney Rocks mit Opera House

Um 1960 begann Bondis Abstieg. Die alten Gebäude an der Uferpromenade verkamen, der Strand verwahrloste. Doch seit den 1990er Jahren erlebt „Bondai“ eine Renaissance. Es ist wieder schick, hier zu wohnen: den Beach vor der Tür, das Büro im nahen Central Business District. Rund um die Campbell’s Parade, die ihren verlotterten Charme bewahrt hat, sind heute trendige Cafés zu finden. „Sean’s Panorama“ serviert luftig-leichte Pancakes, Luxus-Porridge und Fruchtsäfte samt Meerblick zum Frühstück; das winzige „Squeeze“ in einem Häuserspalt am Strand schnelle Power-Drinks für Surfer.

Australien Sydney Waterfront

Restaurants an der Waterfront

Schon rollt die nächste Welle an, ein mächtiger Brecher für wagemutige Ritte. Das Fernglas um den Hals, die gelbrote Mütze auf dem Kopf, beobachten kernige Life Saver scheinbar unbeteiligt das Treiben am Strand. Die Mitglieder des 1906 gegründeten Rettungsschwimmer-Clubs mit ihren bunten Booten sind das Wahrzeichen von Bondi. Ihre berühmten Badehosen mit dem Strand-Schriftzug gibt es beim „North Bondi Life Saving Club“ auch für Nichtmitglieder. Fürs richtige weibliche Styling am Strand sorgt seit 1961 „Bikini Island“. Der Kult-Shop am Bondi Beach führt neben den angesagten australischen Labels eine eigene Kollektion von Häkelbikinis im Stil der 60er Jahre. Schrill, bunt, poppig und frech sind die Surf-Outfits der australischen Hip-Marke Mambo.

Unwirklich, der Welt entrückt

Weiter gen Süden werden die Strände kleiner, verstecken sich zwischen kleinen Landzungen. Ein gesicherter Küstenpfad folgt den Sandsteinklippen zum ruhigen Tamarama Beach, weiter nach Bronte und hin am Waverly Cemetery, für viele Sydneys schönster Friedhof. Blendend weiß thronen die Grabstätten auf dem schroffen Fels hoch über der Brandung. Unwirklich, der Welt entrückt. Noch weiter südlich folgen Lady Bay, der nahtlose Bräune gestattet, und Camp Cove, der nur topless zulässt.

Australien Sydney Manly

Ausflug nach Manly

Ist die Strömung zu stark, Sturm angesagt oder die Brandung zu heftig, baden die Sydneysider in „rock pools“, in den Fels gehauenen Meeresschwimmbecken. Ab und zu schiebt der Pazifik einen Brecher über den Beckenrand. Dann halten sich die Badenden am weißen Holzgeländer fest und lassen den Blick über eine Symphonie in Blau gleiten: hellblau der Himmel, leuchtend türkis der Pool, tiefblau der Pazifik. An der Landzunge bei Coogee entstand Wylie’s Bath in einer Aushöhlung im Felsen. Auf Pfählen gestützt, kleben die Sonnendecks an den Klippen. 1911 fanden hier die ersten Schwimmmeisterschaften statt. Zugelassen waren auch Frauen, ein Novum in der damaligen Zeit.

Australien Sydney Watsons Bay

Watson´s Bay mit Stadtkulisse

Zurück zum Circular Quay, einen „flat white“, einen Milchkaffee ohne Schaum am „Kiosk at Macquarie“ genießen, über Hafen und Oper schauen. Tausende Pendler strömen aus der Schnellbahn, hasten hinab, drängeln sich in die Stadtbusse und Vorortzüge. Circular Quay ist das Herz des Central Business District. Verkehrsknotenpunkt, Zugang zur City, Tor zur Welt. Vor dem restaurierten Altstadtviertel The Rocks dümpeln Kreuzfahrtschiffe.

Ein Spaziergang 134 Meter über dem Wasser

134 Meter über dem Meer sind kleine Gestalten zu erkennen, Männer und Frauen in blaugrauen Overalls, verbunden mit einem Sicherheitsseil. Wochen im Voraus haben sie Sydneys erfolgreichsten Adrenalinkick online gebucht: den Bridgeclimb - keine Kletterei, sondern ein atemberaubender Spaziergang über den 503 Meter langen Bogen der Hafenbrücke. “Coat hanger“, Kleiderbügel, nennen die Einheimischen diesen Koloss aus 50.000 Tonnen Stahl und sechs Millionen Schrauben, der seit 1932 mit acht Fahrspuren die Wohnviertel des Nordens an die Stadt anschließt.

Australien Sydney Shelley Beach

Shelley Beach

Wenige Minuten später legt eine behäbige Sydney Ferry an den Landungsbrücken an. Selbst in der Mittagspause genießen es die Sydneysider, gemütlich durch den Hafen Port Jackson hinüber nach Manly zu schippern. Das Strandviertel auf der Landzunge beim North Head ist die beliebteste Möglichkeit, der Stadt zu entfliehen und doch in Sydney zu bleiben. Zwar jetten auch schnelle JetCats nach Manly hinüber, doch zum Ferien-Feeling in der City gehört die Fährfahrt. Hafen und Pazifik verbindet die Fußgängerzone The Corso mit Souvenirshops, Straßenmusikanten, Imbiss-Ständen und „Ocean Food“, dem besten Fish’n’Chips-Shop der Stadt. An der Strandpromenade reiht sich Café an Café; im Aquarium Ocean World füttern Taucher Stachelrochen und Haie. Draußen im Pazifik schützen Netze die Badenden. Nördlich von Manly setzen sich die breiten, schönen Sandstrände bis nach Queenscliff, Collaroy und Narrabeen fort.

Australien Sydney Strand Watsons Bay

Am Strand von Watson´s Bay

Erst hinter Mona Vale sind die Badebuchten kleiner, einsamer und schwerer zugänglich. Bungan Beach nur über Fußpfade zu erreichen, Bilgoa liegt versteckt unter dem Barrenjoey Rock. Den Weg zum Whale Beach finden Gäste aus nächster Nähe ohne Stadtplan. Letzter Strand vor dem Hawkesbury River ist Palm Beach, exklusivster Strand-Vorort und Herz der „Peninsula“, auf der sich Millionäre, Pop- und Filmstars in Traumvillen mit ebenso herrlicher Aussicht niedergelassen haben.

Wie nimmt man nun stilgerecht Abschied von der Stadt der Strände? Mit einem wehmütigem Rundblick über Sydneys Badeparadiese vom 325 Meter hohen Centre Point, dem höchsten öffentlichen Gebäude der südlichen Hemisphäre? Oder beim letzten Surfen, Baden, Sehen und Gesehen werden? „Doyles on the Beach“ verbindet beides: bestes Seafood direkt am Strand mit schönstem Blick auf die Silhouette der Stadt.

Reiseinformationen zu Sydney

Strände

Bondi: Australiens berühmtester Strand ist wieder hip.
Manly: Zum flachen Familienstrand tuckert die Fähre.
Palm Beach: So reist der Jet Set zum nördlichsten Strand - im Wasserflugzeug ab Rose Bay.
Cronulla: Den südlichsten Strand der Stand säumen schicke Restaurants
Balmoral Beach: Hier flaniert die feine Gesellschaft und futtert Fish & Chips
Narrabeen: Wunderwellen im Norden: Surfing at its best

Auskunft

Tourism Australia, Neue Mainzer Straße 22, 60311 Frankfurt/Main, Tel: (069) 2 74 00 6-0, www.australia.com.

 

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