Ab in den Busch!
Besuch auf einer Farm im wilden Westen Australiens
Text und Fotos: Hilke Maunder

Go West! Nirgendwo geht es so australisch zu wie im unbekanntesten Bundesstaat des fünften Kontinents. Das weite wilde Westaustralien ist bis heute ein Land der Pioniere. Von seinen 1,9 Millionen Einwohnern leben 1,4 Millionen Menschen im Großraum Perth, aber nur 500.000 Bewohner auf einer Fläche sieben Mal so groß wie Deutschland. Einer von ihnen ist Bob Porter - auf seinem Riverside Sanctuary wird der Aufenthalt zu einem vergnüglich-spannenden Crashkurs rund ums Outback.
Auf der Fahrt gen Norden weichen Dörfer und Felder bald dem Busch: Spinifex und rote Erde, wohin das Auge blickt. In der Dämmerung springen Kängurus über die Fahrbahn. Der Highway ist asphaltiert, die seltenen Abfahrten sind Schotterstraßen zwischen gut und grausig. Die Zufahrt zum Riverside Sanctuary ist ein staubiger Schlagloch-Parcours.

Der Farmer begutachtet sein Land
Die Schirmmütze im Nacken, die schwieligen Hände am Steuer, hockt Bob Porter in der kleinen Fahrerkabine seines „Ute“ und brettert über die staubige Piste. Auf der Ladefläche seines typisch australischen Pick-Ups, den Holden und Ford seit 1934 für die Farmer fertigen, lümmeln sich zwei „blue heeler“, mittelgroße australischen Hüte- und Viehhunde, die auf ein Kommando unterschiedlichster Pfeifbefehle gehorchen. Noch eine Bodenwelle, ein Wallaby, das zu Seite hüpft, dann hält er vor einem Tor aus Metall und Maschendraht: Welcome to my Riverside Sanctuary!
35 Kilometer von Ajana in der Gascoyne-Region von Western Australia entfernt, hat der Farmer seit 2001 zusammen mit seiner Frau Dawn die Farm, auf der auch Tochter Fleur mit Enkelin April lebt, für Gäste geöffnet. Sie laden dazu ein, einmal den Bauern-Alltag im Outback hautnah zu erleben: mit Fahrten im Mähdrescher, Spurensuche bei den Aborigines, botanischen Wanderungen, Sternguckernächten, Liedern am Lagerfeuer und klassischer Hausmannskost.
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