Urmutter und Regenbogenschlange

Einige dieser Geschichten erzählt uns Thompson Nganjmirra, einer der wenigen, die sie noch kennen. Die Palette seiner Erzählungen reicht von der Zubereitung eines Fisches über die verschiedenen Formen der Jagd auf Krokodile und Kängurus bis hin zu Konflikten zwischen den Clans und dem Auftauchen der ersten weißen Männer auf ihren kuriosen Segelschiffen. Anhand der jeweiligen Tierarten, die in unterschiedlichen Malweisen auftauchen, lässt sich sogar der Klimawandel in den vergangenen Jahrtausenden rekonstruieren.

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Die Geschichte vom Känguru?

Thompson erzählt von den Malern, die ihre Handabdrücke hinterlassen haben, von Holzstäben und Pflanzenstengeln, die als Pinsel dienten, von den vier Basisfarben rot, gelb, weiß und schwarz, die vom Sandstein, aus Flusssedimenten und von der Holzkohle stammten. Und er erzählt von sich selbst: dass er sich hier oben auf dem Berg ein Bild oder ein Muster einprägt, um es später in seinem Dorf auf Papier oder Baumrinde zu reproduzieren. Die Felsmalerei ist nämlich nur die dauerhafte Form der Aborigine-Kunst; wie viele Bilder im Laufe der Zeit auf verderblichem Material entstanden und wieder zerfallen sind, weiß niemand zu sagen.

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So muss man sich die Urmutter vorstellen

Der alte Mann erzählt auch Traumgeschichten von den Mimi, jenen mächtigen Geistern, von denen die frühesten aller Bilder stammen und die den Menschen einst das Malen beibrachten, von der Macht der Regenbogenschlange, die für Wasser und Fruchtbarkeit verantwortlich ist, von der Urmutter, die die verschiedenen Clans über das Land verteilt hat und die verantwortlich ist für die so unterschiedlichen Sprachen der Aborigines in Arnhem Land. Es gibt auf dem Berg auch eine Grabstätte - dort dürfen wir keine Fotos machen - und vermutlich einige spirituelle Orte, die uns der Führer vorenthält, weil wir als Fremde dort nichts zu suchen haben oder weil er dort nicht einmal selbst hindarf. Aber wenn wir nur all das verstehen wollten, was wir zu sehen bekommen, müssten wir wochenlang hier oben bleiben, so wie es die Väter einst mit ihren Söhnen taten, um das Stammeswissen und die Kunst der Malerei von Generation zu Generation weiterzureichen.

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