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Armenien

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Grillfest (Armenien)

 

Armenien

 

Unterwegs in Jerewan (Armenien)

 

Die armenische Flagge

Fotos:
Martin Ebbing





 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurzportrait

Erscheint Armenien zuweilen wie ein Synonym für Katastrophen aller Art, von Völkermord bis Erdbeben, von Bürgerkrieg über Wirtschaftsruin bis Massenexodus, könnte man darüber fast vergessen, dass dieses Land am Schnittpunkt des asiatischen und europäischen Kontinents trotz aller Tragik eine große Geschichte und ein bedeutendes kulturelles Erbe sein eigen nennt.

Blick auf den Ararat

Ein Blick auf den "heiligen Berg" Ararat


Hier war der Schauplatz der legendären Landung der Arche Noah, hier entstand die älteste Nationalkirche der Welt und eine der wichtigsten Handelsrouten des Mittelalters, die Seidenstraße, führte quer über das armenische Hochland. Fremde Dynastien beherrschten das Land, Meder und Perser, Römer und Araber, Osmanen und Russen: Armenien geriet zum Zankapfel zwischen den übermächtigen Völkern der Region. So nimmt es nicht wunder, dass es staatliche Unabhängigkeit nur selten und für kurze Zeit erlangte. Dennoch vermochten die Armenier ihren sprachlichen und ethnischen Zusammenhang und die Kontinuität ihrer Kultur zu behaupten. Die Erinnerung an die alte Heimat stärkte ihren Gemeinschaftsgeist, doch größtes Verdienst für ihren phänomenalen Zusammenhalt in guten und in schlechten Zeiten hat die armenische Kirche.

mehr zu: Welt(kultur)erbestätten in Armenien

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Nicht zu Unrecht wird Armenien als ein Freilichtmuseum bezeichnet, zeugen doch weit über 4.000 Baudenkmäler von den verschlungenen Wegen seiner historischen Entwicklung. Kulturdenkmäler und die überwältigend schönen Landschaften, dazu ein überaus gastfreundliches, herzliches Volk haben vor zwei, drei Jahrzehnten schon recht viele Besucher ins Land gelockt. In den Wirren der Nachsowjetzeit versickerte der Touristenstrom fast gänzlich. Wer heute mit einem der wenigen Spezialanbieter das Land bereist, hat mit holprigen Straßen, dürftigen Hotels und anderen Unannehmlichkeiten zu rechnen. Doch wer damit vorlieb nehmen kann, wird von einem außergewöhnlichen Reiseerlebnis erzählen können.


Ein gutes Drittel der Einwohner Armeniens lebt in seiner Hauptstadt Jerevan (Eriwan). Bei klarem Wetter beherrscht der „Schicksalsberg der Armenier“, der 65 km entfernt auf türkischem Gebiet liegende Ararat, das westliche Panorama der Stadt. Große Teile ihrer alten Viertel wurden in der Frühzeit der Sowjetherrschaft abgerissen, die Neugestaltung der Stadt in die Hände des einheimischen Architekten Alexander Tamanian gelegt. Er verschmolz nationale Traditionen und moderne Baukonzepte zu faszinierender neuer Stadtarchitektur. Großzügig angelegte Straßenzüge und Plätze entstanden und die für Jerevan so typischen Bauten aus rotem, rosa und gelbem Tuffstein und grauem Basalt. Ein Gang durch die Stadt sollte mit der Besichtigung der urartäischen Festung Erebuni aus dem 8. vorchristlichen Jahrhundert beginnen, Vorgängerin und Namensgeberin des heutigen Jerevan. Das Historische Museum gewährt Einblicke in die turbulente Geschichte von Stadt und Land, mit ländlichen Gebräuchen und Fertigkeiten macht das Museum für Volkskunst bekannt. Unter den Sakralbauten sticht ausnahmsweise ein ganz neuer Bau hervor: die Kathedrale des hl. Gregor, die von Papst Johannes Paul II. während seines Armenienbesuchs im September 2001 geweiht wurde. Einzigartig der Matenadaran, eine der umfangreichsten Handschriftensammlungen der Welt, die über 14.000, alle Wissensgebiete abdeckende Manuskripte bewahrt. Sie ist in die UNESCO-Liste „Memory of the World“ aufgenommen worden.

Jerewan

Jerewan


Rund 20 km westlich von Yerevan liegt im Tal des Araks das Weltkulturerbe Kloster Etschmiadsin, Zentrum der armenischen Kirche, Residenz des Katholikos, des Kirchenoberhaupts. Die Kathedrale aus dem 4. Jahrhundert zählt zu den ältesten noch „aktiven“ Gotteshäusern der Welt und auch die zum Komplex gehörenden Kirchen Hripsime und Gajaneh können auf ein Alter von fast 1.400 Jahren zurückblicken.
Nach dem Kloster Khor Virap südlich von Jerevan zieht es Armenier aus aller Welt, denn von keinem anderen Ort lässt sich „ihr“ heiliger Berg Ararat besser betrachten, nirgendwo ist man ihm näher. Aber da ist noch ein anderer Grund. Gregor, der Erleuchter, wurde hier 15 Jahre eingekerkert, ehe er zum Missionar Armeniens wurde und auch seinen Kerkermeister, König Tiridates III., im Jahre 303 zum christlichen Glauben bekehrte.


Durch das grandiose Gebirgsland östlich von Jerevan erreicht man Garni, einstiger Sommersitz der armenischen Könige im grünen Tal des Azat-Flusses. Hier steht der einzige hellenistische Tempel, der die Zeiten im Kaukasus überdauert hat. Unweit liegt in wildromantischer Schlucht das Höhlenkloster Geghard, verehrt von den Einheimischen als spirituelles und kulturelles Zentrum. Die fast vollständig erhaltene Klosteranlage aus dem 13. Jahrhundert zählt zum Weltkulturerbe.
Eine der großen landschaftlichen Attraktionen Armeniens ist der Sewansee. Fast 1.900 m hoch im Osten des Landes gelegen, ist er mit 1.244 km² einer der größten Hochgebirgsseen der Welt (Bodensee: 538 km²). Die „blaue Perle Armeniens“ ist das sommerliche Badeparadies der Hauptstädter. An seinen Ufern erhebt sich das ehrwürdige Sewankloster aus dem 9. Jahrhundert.

Musikerin in Armenien


Eine Rundreise durch die nördlichen Landesteile berührt Ashtarak, einst bedeutender Handelsplatz an der Seidenstraße, berühmt für seine malerische Lage und seine altarmenischen Kirchen aus dem 5. und 7. Jahrhundert. Dann geht es hoch hinauf auf 2.300 m zur schwindelerregend unter den Gipfeln des Aragaz gelegenen Festung Amberd. Der verwitterte Wehrbau ist eines der wenigen erhalten gebliebenen säkularen Baudenkmäler Armeniens aus dem Mittelalter. Jenseits der Bergkette liegt Lori, die Grenzprovinz zu Georgien. Waldreich, fruchtbar, mit reichen Niederschlägen und gemäßigten Temperaturen gesegnet, zählt diese Landschaft zum armenischen Kernland mit eindrucksvollem kulturellen Erbe wie der Kathedrale von Odzun (6. Jahrhundert), einem großartigen Beispiel frühchristlicher armenischer Architektur. Einen besonderen Ruf hat das Wehrkloster Haghpat (UNESCO-Weltkulturerbe), das in verschieden Baustufen zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert gewachsen ist. Für lange Zeit war dieser ausgedehnte Komplex eines der spirituellen mittelalterlichen Zentren Armeniens. Bibliotheken, Skriptorien und Akademien waren hier wie im benachbarten Kloster Sanahin (auch auf der Welterbeliste) selbstverständliche Einrichtungen.


Der Weg in Armeniens Süden führt zunächst durch nahezu baumloses Hochland. Eines der schönsten Klöster des Landes, Noravank, liegt etwas abseits der Route. Mit Jerevan direkt verbunden (177 km) ist dagegen der in 2.100 m Höhe gelegene Kurort Jermouk, dessen heiße Mineralwasserquellen viele gesundheitsbewusste Hauptstädter anziehen. Es wird gebirgiger. Bis über 3.500 m ragen die Gipfel auf. Strenge Winter herrschen hier und die Sommer sind heiß in den Tälern: wir durchfahren die grandiose Landschaft der Provinz Syunik, ein mit Burgruinen gespicktes Grenzland zum Iran. Herausragend die Feste Baghaberd (4. Jahrh.) und die Burg Halidzor (17. Jahrh.). Neben einer mehr als 1.300 Jahre alten Kathedrale bietet Sissian eine mysteriöse Steinsetzung auf dem Rücken eines Hügels, ähnlich der von Stonehenge in England. Die 204 aufgereihten Steine unterliegen zahllosen Deutungen. Manche halten die ca. 4.000 Jahre alte Anlage für den Überrest eines Sonnentempels. Für andere ist es nicht mehr als eine natürliche Steinformation, aber es gibt auch Forscher, die für ein frühzeitliches Observatorium plädieren.


Einer der Höhepunkte des Abstechers in den Süden ist der Besuch des Klosters Tatev auf einem Felsplateau, das an drei Seiten von unüberwindlich tiefen Abgründen umgeben ist. Seine sehenswerte Hauptkathedrale St. Peter und Paul entstand gegen Ende des 9. Jahrhunderts – eines der bedeutendsten unter den unzähligen sakralen Baudenkmälern dieses ersten christlichen Landes der Welt.

Eckart Fiene

Adressen, Links, Musik und Bücher



Reiseinfos

Landesnatur
Armenien ist ein Gebirgsland. Nur 1 % der Staatsfläche liegt tiefer als 500 m, 90 % dagegen liegen in Höhen über 1.000 m, 40 % sogar über 2.000 m. Den Norden und Nordosten des Landes durchziehen die Ketten des Kleinen Kaukasus. Nach Süden schließt sich eine ausgedehnte vulkanische Hochfläche an, die im „Aragaz“, einem erloschen Vulkankegel, mit 4.096 m die höchste Erhebung des Landes aufweist. Im Südwesten schließlich, im armenisch-türkischen Grenzraum, erstreckt sich die Ararat-Ebene. Hier und in anderen niedrig gelegenen Beckenlandschaften und Tallagen konzentriert sich die Bevölkerung, so dass auf nur 10 % der Landesfläche mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung lebt.
Die Vegetationsformen reichen – beeinflusst durch Höhenlage und Trockenheit – von Wüsten über Steppen bis zu Waldland (13 %), subalpinen und alpinen Wiesen. Armenien liegt in einer tektonisch unruhigen Zone, in der die Arabische und die Eurasische Platte aufeinandertreffen.

Klima
Bedingt durch das Gebirgsrelief sind stark differierende Regional- und Lokalklimata kennzeichnend. Besonders in den Tälern und Beckenlandschaften herrscht ein ausgeprägtes trockenes Kontinentalklima vor mit heißen Sommern bis über 40 Grad und jährlichem Durchschnittsniederschlag von nur 300 mm. Auf den Plateaus und in mittleren Berghöhen sind die Temperaturgänge eher gemäßigt bei zunehmenden Niederschlagsmengen. Bitterkalt, bis zu –40 Grad, kann es in den nordwestlichen Berggegenden in der Provinz Shirak um den Arpi-See werden. Als angenehmste Reisezeit gelten die Monate April bis Juni und September/Oktober.

Geld
Die armenische Währung heißt Dram (1 Dram = 100 Luma).
Bargeldversorgung über Geldautomaten (mit Kreditkarte oder EC-Karte) ist in der Innenstadt von Eriwan möglich, außerhalb der Hauptstadt nur in wenigen größeren Städten. Reisen über Land sollte man mit ausreichenden Bargeldreserven antreten. Auch die Bezahlung mit Kreditkarten in Restaurants, Hotels oder Geschäften ist auf wenige Lokalitäten beschränkt. Problemlos ist der Umtausch von Euro oder US-Dollar. Zahlreiche Banken und Wechselstuben sind darauf eingestellt.

Einreisebestimmungen
Deutsche Staatsbürger benötigen zur Einreise einen bei der Ausreise noch mindestens fünf Monate gültigen Reisepass und ein Visum, das möglichst frühzeitig (wenigstens acht Wochen!) bei der Botschaft in Berlin beantragt werden sollte, da mit einer langen Wartezeit zu rechnen ist. Kinder benötigen einen Kinderausweis, in jedem Fall mit Lichtbild.
Zollfrei dürfen eingeführt werden: 400 Zigaretten, 2 l Spirituosen (oder aber 1 Flasche unbeschränkter Größe), Parfüm bis zu einem Wert von 500 US-Dollar und Geschenke bis zu einem Wert von ebenfalls 500 US-Dollar.
Es empfiehlt sich, bestimmte Grenzgebiete zu Aserbaidschan wegen möglicher Auseinandersetzungen und verbreiteter Minengefahr zu meiden. Die Ausreise nach Georgien und in den Iran ist möglich, dagegen sind Grenzübertritte nach Aserbaidschan und in die Türkei ausgeschlossen.

Medizinische Versorgung
Nach Angaben des Auswärtigen Amtes ist die medizinische Versorgung „grundsätzlich gewährleistet“, wenn auch auf niedrigem Niveau. Vor Reiseantritt sollten der Impfschutz überprüft und ggf. Auffrischungsimpfungen vorgenommen werden (Polio, Diphtherie, Tetanus, Hepatitis A). Eine gut ausgestattete Reiseapotheke kann nützliche Dienste leisten und der Abschluss einer Auslandsreise-Krankenversicherung mit Rückholgarantie (Rettungsflug) ist dringend anzuraten.

Statistik

Lage: Gebirgsland südlich des Hauptkamms vom Großen Kaukasus, auf der Landenge zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer. Armenien hat gemeinsame Grenzen mit Georgien im Norden und Aserbaidschan im Osten. Südliche Nachbarn sind der Iran und die aserbaidschanische Exklave Nachitschewan, im Westen die Türkei. Das 5.550 km² große, von armenischem Gebiet umschlossene Nachitschewan ist eine zu Aserbaidschan gehörende autonome Republik. Nagorny Karabach (Berg Karabach, armen. Artsakh) mit mehrheitlich armenischer Bevölkerung umfasst etwa 4.400 km² und ist nominell autonomes Gebiet Aserbaidschans. Nach dem Bürgerkrieg (1990) erklärte sich N. K. 1991 für unabhängig.
Fläche: 29.800 km² (entspricht etwa der Größe Belgiens). Nord-Süd-Ausdehnung: 325 km, West-Ost: 125 km.
Staat: Armenien ist seit September 1991 unabhängig. Mitglied der GUS. Staatsform: Präsidialrepublik. Staatsname: Hayastani Hanrapetut`yun (Kurzform: Hayastan) = Republik Armenien.
Hauptstadt: Jerewan (Eriwan), 1,5 Mio. Einwohner
Bevölkerung: Nach offiziellen Angaben 3,2 Mio. Einwohner. Unabhängige Schätzungen liegen deutlich niedriger. 98 % der Gesamtbevölkerung sind ethnische Armenier (Selbstbezeichnung: „Haikh“). Russen, jezidische und muslimische Kurden, Assyrer, Ukrainer, Griechen bilden kleine Minderheiten. Damit ist Armenien das ethnisch homogenste Land im Kaukasusraum.
Häufige Fremdherrschaften und Verfolgungen führten immer wieder zu Fluchtbewegungen aus dem Land. Über die Stärke der armenischen Diaspora liegen widersprüchliche Angaben vor. Je nach Quelle schwankt ihre Zahl zwischen 4,5 und 5,5 Millionen.
Als Folge der einige Jahre zurückliegenden Kriegshandlungen kam es zwischen Armenien und Aserbaidschan zu einem teilweise gewaltsamen Bevölkerungsaustausch. 256.000 ethnische Armenier verfließen Aserbaidschan in Richtung Armenien und umgekehrt waren es ca. 220.000 Aseri, die aus Armenien nach Aserbaidschan flohen. In Armenien haben sich außerdem 11.000 Flüchtlinge (ethnische Armenier) aus der georgischen Teilrepublik Abchasien und aus Tschetschenien niedergelassen.
Krieg und kränkelnde Wirtschaft lösten in der ersten Hälfte der 90er Jahre eine starke Emigrationswelle aus. 800 000 bis 1 Mio. Menschen verließen das Land dauerhaft. 94 % der Bevölkerung sind Mitglied der Armenischen Apostolischen Kirche (Gregorianer), eine Minderheit gehört der mit Rom unierten armenisch-katholischen Kirche an. Außerdem gibt es kleine Gruppen von Russisch-Orthodoxen, Muslimen, Protestanten, Juden, Jeziden, Katholiken.
Sprache: Amtssprache ist Armenisch, genauer: Neuostarmenisch („Aschcharabar“), ein eigenständiger Zweig der indoeuropäischen Sprachfamilie mit eigenem Alphabet.
Russisch ist weit verbreitet, regional wird Kurmanyi (ein Kurdendialekt) und Turk-Aseri gesprochen.
Verkehr: International unterstützte Straßenbauprogramme sollen das marode Straßennetz (ca. 16.000 km, davon rund 7.600 befestigt) erneuern und erweitern. Auch für die Bahnstrecken (852 km, elektrifiziert) wurden umfangreiche Instandsetzungen eingeleitet. Internationale Straßen- und Eisenbahnverbindungen sind durch Grenzblockaden Aserbaidschans und der Türkei unterbrochen. Es gibt keine Möglichkeit, von Armenien in diese Nachbarländer zu reisen, dagegen sind die Grenzen nach Iran und Georgien offen für den Waren- und Personentransport.
Wirtschaft:
Der Internationale Währungsfond (IMF) hat für Armenien eines seiner nicht unumstrittenen Stabilitätsprogramme aufgelegt, das eine Konsolidierung herbeiführen konnte. Der IMF ist größter Kreditgeber. Er zeigt sich zufrieden mit der Umsetzung seiner harschen Auflagen zur Verbesserung der makroökonomischen Lage. Seit einigen Jahren verzeichnet die Wirtschaft ein starkes Wachstum, das getragen wird vom florierenden Baugewerbe und der Diamanten- und Schmuckverarbeitung. Doch manche Landesteile erreicht der Aufschwung nicht, was eine starke Auswanderung insbesondere junger, gut ausgebildeter Menschen zur Folge hat. Immerhin: Trotz mancher Rückschläge sind die Prognosen relativ optimistisch. Eine niedrige Inflationsrate und die relativ weit fortgeschrittene Privatisierung sowie eine anziehende Investitionstätigkeit tragen dazu bei. Armenien hat unter den GUS-Ländern pro Kopf den höchsten Anteil an Auslandshilfe erhalten. Das immer noch niedrige (statistische) Pro-Kopf-Einkommen liegt tatsächlich deutlich höher, da sehr viele Armenier im sog. „informellen Sektor“ (etwa: Schattenwirtschaft) tätig sind und beachtliche Geldtransfers aus der Diaspora ins Land fließen.        

Der zu Sowjetzeiten florierende Tourismus ist heute volkswirtschaftlich (noch) ohne Bedeutung.