An dieser Stelle, wo die breite Straße entlang der Amstel vom Bahnhof zum Damm, dem historischen Platz vor dem alten königlichen Schloß führt, war Amsterdam vor 1000 Jahren noch das Fischerdorf "Aemstelledamme". Seither ist aus dem matschigen Nest eine proper eingedämmte Großstadt auf 22 000 Quadratkilometern entstanden mit rund 750.000 Einwohnern und einer Atmosphäre, die sich zwar nicht weltstädtisch geben kann, aber einmalig charmant. Daran wirken nicht zuletzt die großartigen Bauwerke des 19. Jahrhunderts mit, die nie in einem Krieg zerstört wurden und die, weil man in Amsterdam so gar nichts von der Modernisierungswut während der sechziger Jahre dieses Jahrhunderts hielt, in akribisch erhaltener neoklassizistischer Pracht und feinster Renaissance das Stadtbild dominieren. Sie sind eingerahmt und wie in langen Linien fortgeführt von schier endlosen Straßenzügen rechts und links der Grachten, die mit ihren Stufen- und den reich mit Ornamenten geschmückten geschwungenen Speichergiebeln Zeugnis ablegen vom Reichtum der Stadt seit dem Mittelalter.

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Dann, als würde man sich aus dem gutbetuchten, vornehmen Ambiente entfernt haben, erscheint Amsterdam mit dem Kreuzen der Prinsengraacht Richtung Nordwesten plötzlich anders. Ist anders, denn hier sind die Gassen schmaler als in der Innenstadt, die Pflastersteine buckliger und die oftmals schmucklosen Häuser entlang der alten Wassergräben hier und da ein gutes Stück unter das Straßenniveau gesunken.

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