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Musik aus Algerien

Orchestre National de Barbès: „Alik“
CD: Wagram 313 04 92 / NRW Vertrieb
www.nrw-records.de

Als die Rolling Stones 1967 mit afrikanischen Trommeln und schmerzverzerrter Rock’n’Roll-Gitarre um „Sympathie für den Teufel“ warben, drückte Mick Jaggers Gesang verdammt viel unterdrückte Wut aus. Diese Wut ist in den vergangenen 40 Jahren gestiegen – vor allem auch in Barbès, dem überwiegend von Arabern bewohnten Stadtviertel in Paris. Ein Ensemble von Weltmusik-Stars aus Frankreich und dem Maghreb (westliches Nordafrika) nennt sich mit arroganter Häme: Orchestre National de Barbès. Dieses „Nationalorchester von Barbès“ präsentiert auf der vorliegenden CD den Stones-Klassiker „Sympathy For The Devil“ mit Disco-Rhythmen, Elementen der algerischen Rai-Musik und anderen maghrebinischen Zutaten als eine Hymne, neben der die „Marseillaise“ nur noch als Karikaturvorlage zu taugen scheint. wd@saw

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Verschiedene Interpreten: “Desert Blues 3”
2-CD-Box: Network 495122

Das Plattenlabel Network Medien aus Frankfurt/Main legte inzwischen eine dritte CD-Box mit 28 hypnotisierend wehmütigen Songs aus der Sahara-Region vor. 1995 stellten Christian Scholze und Jean Trouillet ihren Sampler „Desert Blues 1“ (Network 58774) zusammen. Die beiden Network-Produzenten ahnten damals nicht, dass sie damit einen Boom auslösen würden – und zwar beim Publikum (weltweit 250.000 verkaufte Exemplare) wie auch bei den Künstlern in den nordafrikanischen Wüstenstaaten. Der 2002 erschienenen „Desert Blues 2“ (Network 22762) war bereits anzumerken, dass die dort zu hörenden Folklore- und Jazz-Musiker mit gewachsenem Selbstbewusstsein ihre Songs präsentierten. Und es kristallisierte sich heraus, dass wir nicht länger überhören dürfen, mit welcher Virtuosität afrikanische Musiker ihre teilweise selbst gebauten Saiten-, Blas- und Percussion-Instrumente spielen. Während die ersten zwei CD-Boxen für europäische Ohren oft noch gewöhnungsbedürftig waren, erschließt sich der Reiz von „Desert Blues 3“ sofort. Wer die zwei Vorgänger-Projekte kennt, wittert vielleicht einen Ausverkauf des raubeinigen Sahara- Sounds und die Anpassung an den weltmusikalischen Pop-Geschmack. Aber dann stellt sich  heraus: „Desert Blues 3“ bietet auch nach mehrmaligem Hören immer wieder neue harmonische und rhythmische Überraschungen. So nebenbei fällt auf, mit welcher Liebe und Sorgfalt diese Sänger und Musiker ihre Stimmen und Instrumente erklingen lassen. Europäische Musiker benutzen vielleicht die perfekteren Sound-Maschinen, Afrikaner haben das feinere Gespür für ausdrucksvolle Klänge. wd@saw

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